Wir   schreiben   das   Jahr   2011.   Ein   Moped   mit   2   Personen   bahnt   sich   seinen      Weg   auf   der   A61.   Der   Himmel   hat   eine   grau-blau- schwarze   Tarn-Tunika   übergeworfen.   Er   will   sich   nicht   zu   früh   in   die   Karten   schauen   lassen.   Der   Weg   ist   das   Ziel   heisst   es. Doch   unser   Ziel   ist   die   berühmte   Grafschaft   Holzheim.   Königlich   brummelt   die   Royal   Star   durch   das   Grafschaftliche   Gebiet, Blicke   heischend   durch   die   Menschenleeren   Strassen.   Unser   erstes   Etappenziel   ist   erreicht:   Mannos   Grafschaftliche   Residenz. Nach    einer    persönlichen    Führung    und    Besichtigung    des    beeindruckenden    Mannoschen    Fuhrparkes    und    einem    kurzen Abstecher   im   „Chrom-Shop“   versammelten   sich   die   beeindruckten   Teilnehmer   einige   Häuser   weiter   beim   CD-Urgestein   Ulli Renninger. Nach   einem   lauten   Hallo:   Hallo   Kalle,   hallo   Jürgen,   hallo   Ulli,   hallo   Arnold,   hallo   Manno,   hallo   Heribert,   Hallo   an   Alle   Frauen,   (ja isset   jetz   langsam   jod?)   Wer   kennt   den   Spruch   nicht,   falsche   Zähne   die   nicht   beißen,   Steißbein-Schmerz   beim   ….      Sitzen,   da benötigt   man   ein   Kissen,   hast   du`s   nicht   zur   Hand,   nimm   Mannos   weiches   mit   dem   gelben   Rand.   Und   in   der   Mitte   flugs gestemmt   ein   Loch,   siehts   aus   wie`n      Kloodeckel.   Grins,   lach,   brüll…..Der   Kalle   mit   der   schwulen   Karre,   fährt   aufm   Klodeckel durch   die   Lande.   Jüüüürgggen,   wat   sachste?      Also   Kalle,   dat   jeht   doch   nit!   Doch,   Leute,   ich   sitze   sehr   angenehm.   Prust,   prussst, lach   brüll..      (Ich   entschuldige   mich   an   dieser   Stelle   in   aller   Form   bei   (grins)   Kalle,   aber   das   konnte   ich   mir   einfach   nicht verkneifen. Brüllll! Doch bevor es dann losging, schon die erste Panne: Die von Manno ausgewählte Königliche zickte, sprang partout nicht an. Auch die flugs vom Chef-Mechaniker der CD durchgeführte Fehleranalyse, angelehnt an die bewährte Praxis der indischen Bordstein-Reparaturen, zeitigte zwar den Fehler, beunruhigte unseren Manno jedoch derart, das er einem anderem Königlichen Geblüt aus seinem Rennstall, den Vorzug gab. Nachdem die dienstbeflissenen Biker Kalle und Jürgen das Gepäck umgeladen und fachmännisch befestigt hatten, (Ja isch han dat fotografiert!)   konnte es dann doch losgehen. Die erste Gruppe preschte ab zur Tanke, die zweite kam dann kurze Zeit später nach. (Kalle leuchtete weithin mit dem gelben ……) 1. Tag (Mittwoch) Anreise Kaum   auf   der   A61   schnellte   uns   Stammtischsprecher   wie   vom   Gummiband   geschossen,   Kanonenkugel   gleich   davon.   Wir konnten   kaum   Schritt   halten.   Mein   Tacho   schaute   mich   verwundert   an.   Äh,   Öh,   über   140   km/h   bisse   doch   noch   nie   mit   mir   ….        Halts   Mau…   dachte   ich   bei   mir,   ich   hab   anderes   zu   tun,   muss   Schritt   halten.   Doch   Manno   war   nicht   zu   stoppen.   Unaufhaltsam schoss   er   nach   vorne,   überholte   LKWs,      Pkws,   Porsche,   na   ja,   aber   was   war   das?   Ulli   und   Heribert,   die   direkt   dahinter   fegten, ließen   sich   plötzlich   zurück   fallen,   verweigerten   Manno   die   direkte   Gefolgschaft.   Aaaaah,   mit   angenehmen   100   –   110   km/h sahen wir Manno in der Ferne davon toben. Nach   einer   Auftobahn-Parkplatz   Rast,   (Manno   hatte   sich   schon   sichtlich   erholt   –als   wir   ankamen),   ergab   er   sich   brummelnd   und ließ   fortan   Ulli   als   Tempobremser   vorne   fahren.   (Ich   habe   den   heimlichen   Verdacht,   das   Manno   seinen   königlichen   Hengst mördermäßig getunt hat) So   ging   es   dann   mit   Ulli   „zügig“   weiter,   Kompliment   Ulli,   ich   habe   noch   nie   jemanden   gesehen,   der   so   erbittert   über   eine   so große   Strecke   hart   an   der   Mittellinie   gefahren   ist.   Doch   dann   kam   der   erste   große   Stau.   Vor   uns   einige   andere   Mopeds   die   direkt auf   den   Standstreifen   auswichen.   Uuuuunnnnndd   unser   Ulli   direkt   hinterher.   Jau,   Strike,   zügig   zogen   wir   mit   bedauernden Blicken   für   die   Sehnsuchtsvoll   Schauenden   Stauenden,   an   der   Kilometer   langen   Blechschlange   vorbei.   Dann   eine   Abfahrt,   wir mit   alle   Mann   am   Balken   ran,   dat   is   der   wieße   Striefe   rechts   außen   und   geschickt   nach   links   eingefädelt.   Nur   3   Meter   weiter stand    die    Schmiere    auf    der    äußersten    linken    Seite    und    tadelte    gerade    einen    Unglücklichen.    Mit    einem    unverschämten Breitgrinsen im Gesicht zogen wir mit Unschuldsminen locker dran vorbei. Irgendwann schmiss dann der Himmel seine Tarn-Tunika ab und zeigte uns ein unfreundliches Grau in Grau. Wir fuhren die nächste Autobahnraststätte an und zogen unsere Regenklamotten an. Ich hatte Probleme mit meinen Chaps, sodass Jürgen Hand anlegte. (Hoffentlich hat da keiner ein Foto geschossen – grins) Es fing an zu nieseln das sich langsam zu einem richtigen Regen steigerte. Nach einem weiteren Stau, den wir nach demselben erfolgreichen MOPED (MOtorrad – Praxis – Erfolgs-Drive) bewältigten, (Standstreifen – Kür) fuhren wir dann ca. 90km vor Bad Boll von der Autobahn runter. Tanken für Alle, eine ältere Frau drückte sich mit angstvollem Gesicht schnell in Ihr getanktes Auto – Sie hatte Heribert in seinem schwarzen Kaftan mit schwarzer Sonnenbrille gesehen und natürlich Kalle auf seinem gelben Klodeckel, der jedoch einen sehr zufriedenen Eindruck machte - grins) einen heißen Kaffee (an dem sich Karin die Finger kurz wärmen konnte) und ein kleiner Snack / Zigarette auf den Bikes und weiter ging es Richtung Ziel. Und endlich, gegen 16:45 Uhr trafen wir in Boll (das sein Bad erst vor einem Jahr verliehen bekommen hatte) vor dem Hotel Seminaris ein. Heribert schwang sich im schwarzem Kaftan selbstbewusst von seinem Moped, Kalle, tja, Ich könnt jetzt nen guten Orthopäden gebrauchen, las ich in seinem Gesicht, aber wir waren angekommen. Nicht ganz, Brigitte und ich fuhren in ein anderes Hotel, das wir nachträglich für diese Nacht noch buchen konnten, Klamotten runter vom Moped, rauf ins Zimmer, zurück zum Seminaris, Gemütliches Beisammensein, zum Übernachtungs-Hotel zurück fahren, schlafen, frühstücken, Moped bepacken, zum Seminaris, abladen, Zimmer beziehen, umziehen, und um 09:00 Uhr voll getankt mit der Karre vorm Seminaris stehen. Wow!  2. Tag (Donnerstag)  Ausflug zum Mercedes Benz Museum War   das   eine   Prozedur,   als   sich   so   viele   Royalige   in   die   Startpositionen   vor   der   eigens   für   das   Jahrestreffen   reservierten Tiefgarage   quetschten.   Meine   Schläfe   klopfte   vor   die   Helminnenseiten,   so   upjeräch   wor   ich.   Meine   bessere   Hälfte   schwang   sich in den Sattel, zog noch mal den Helmgurt nach, straffte die Vanucci Handschuhe und dann ging es auch schon los. Ein   angenehmes   Kribbeln   durchlief   meinen   Körper,   als   meine   Dicke   sich   mit   Gas   ihren   Platz   in   der   schier   endlos   wirkenden Kolonne   sicherte.   Das   Wetter   war   trocken   und   die   Luft   angenehm.   Über   die   Landstrassen   auf   breite   Bundesstrassen   und schließlich   auf   die   Autobahn.   War   das   eine   lange   Kolonne,   es   wurde   abgesperrt,   jede   auch   noch   so   verdächtig   aussehende   Ein- oder   Ausfahrt,   wurde   konsequent   blockiert,   und   dann   yiipppieh,   die   erste   rote   Ampel,   und   noch   eine   und   noch   eine,   war   das geil!!!   Ausnahmezustand!!!      Mit   dieser   gewaltigen   Kolonne   auch   gar   nicht   anders   zu   machen.   Dann   tauchte   das   futuristisch aussehende   Gebäude   des   Mercedes   Benz   Museums   auf.   In   einer   eleganten   Schleife   näherten   wir   uns   dem   Gebäude   von   Osten –   glaube   ich.   Ein   geschniegelter   Anweiser   der   Marke   „Isch   han   eh   kin   Ahnung“   erwartete   uns   schon   auf   dem   Ankunftsplatz   und versuchte   die   Meute   von   ca.   80   Bikes   geordnet   geparkt   zu   bekommen,   wobei   er   aber   verzweifelt   aufgab.   Nach   dem   der   Troß   die Eisenrösser   geschickt   in   einem   unnachahmlichen   Muster   abgestellt   hatte,   (alle   mit   Hafer   +   Wasser   versorgt   waren   –   bis   auf Kalles, der verstaute seinen gelben Deckel - grins)  konnte das Abenteuer beginnen. Rein   in   die   Halle,   und   erst   mal   howdie   wow.   War   das   eine   (Halle)   ja,   was   soll   ich   sagen,   das   war   schon   Kunst.   Eine   freundliche Rezeptionistin      fragte   mich   was   das   für   Motorräder   seien,      kurze   Erklärung   auf   japanisch   und   dann   durfte   ich   erst   mal Eintrittsgeld   abdrücken.   Dann   ging   es   zu   einem   weiteren   Eintritt,   an   dem   man   dann   eine   Blackbox   mit   Umhängegurt   und Kopfhörern   erhielt.   Ich   schüttelte   den   schwarzen   Kasten   kräftig,   aber   es   tat   sich   nichts.   Erst   als   mir   die   freundliche   Stewadess, nein   Stuwadess,   nein   Stuardess;   ich   glaube   ja,   einen   angespitzen   Kunststoffgriffel   in   die   zarten   Hände   drückte   und   bei   mir   einen Knopf   drückte   (o   la   la)   versuchte   ich   sofort   mal   Tic   Tac   To,   aber   nö,   das   war   auch   falsch.   Erschrecken   Sie   nicht,   der   Kasten spricht,   wies   mich   die   inzwischen   leicht   erregte   äh   gereizte   Stewadess   ein.   Kann   ich   den   Kasten   behalten,   wenn   ich   ….   Sie gehen   bitte   da   entlang   zum   Aufzug.   Ich   schaute   mich   um,   und   schaute   schnell   wieder   nach   vorne,   Also,   jetzt   ernsthaft:   Rein   in den   Aufzug   und   ganz   nach   oben.   Mann   das   war   hoch,   aber   enttäuschend.   Stand   jede   Menge   alter   Plunder   rum,   aber   das schärfste,   wenn   du   den   Kasten   Richtung   Punktmarkierung   schwenktest,   (die   meisten   Objekte   hatten   eine   Tafel   mit   einem Sensorpunkt   darauf),   dann   piepste   der   Kasten   ganz   freudig   und   ein   kleiner   Bildschirm   leuchtete   auf.   Ein   Menue   auch   als   Menü bekannt   erschien.   Ich   drückte   mit   meinen   dicken   Fingern   voll   drupp,   aber   nix   passierte.   Klar   wenn   man   zwei   Menüpunkte gleichzeitig   erwischt,   ist   der   Kasten   verwirrt.   Also   steilem   Finger   von   oben   nach   unten   voll   drupp,      wieder   nix.   Der   Kasten   war verschwenkt.    Eine    neben    mir    stehende    Japanerin    bemerkte    mein    Dilemma    und    nach    einer    kurzen    Konservierung    äh Konversation   konnte   ich   den   Gleitstrahl   meines   Kastens   gezielt   auf   das   Fadenkreuz   des   Sensors   ausrichten.   Menü   ausgewählt und    der    Kasten    begann    wie    von    Zauberhand    los    zu    plappern.    Von    Etage    zu    Etage    wurden    die    ausgestellten    Objekte interessanter.   Was   der   gute   Daimler,   der   Benz   und   auch   der   Maybach   da   in   den   frühen   der   Anfänge   so   anstellten,   war   schon phänomenal.   Auch   die   Frau   vom   Benz   tat   kräftig   mit   und   fuhr   als   erste   Frau   ein   Auto.   Zwischen   der   vierten   und   dritten   Etage musste   ich   mal.   Die   Toilette   war   seltsam   orange,   auch   das   Styling   war   außergewöhnlich.   Von   jeder   Etage   gab   es   gleich   mehrere Möglichkeiten   weiter   zu   gehen.   Geschickt   wurde   man   in   einer   sanften   Spirale   tiefer   und   tiefer   geführt.   Jede   Epoche   hatte   ihre Highlights,   beeindruckt   blieb   ich   vor   einem   fahrenden   österreichischen   Postamt   stehen.   Ein   riesiger   Postbus,   mit   eingebauten Fernsprechzellen,   die   von   außen   begehbar   waren,   zwei   kompletten   Postschaltern,   und   das   Ungetüm   konnte   noch   einen Anhänger    für    bis    zu    25    Personen    dranhängen.    Klar    der    Silberpfeil,    der    SSK,    der    große    Ausgehwagen    der    Kaiser    von Deutschland und Japan und jede Menge Rennsieger präsentierten sich in tadellosem fast neuwertigem Zustand. Manno   drückte   sich   verdächtig   andächtig   mehrfach   an      einigen   mächtigen   aufgehängten   Flugzeugmotoren   rum.   Was   ihm   da wohl   durch   den   Kopf   ging?   Boss   Hoss   auf   Rolls   Royal?   Aber   auch   die   menschlichen   Schicksale   der   Geschichtsgiganten   wurden ansatzweise   erzählt.   Da   flog   mir   schon   mal   das   Blech   wech.   Endlich   schafften   wir   die   Parterre   und   es   wurde   sehr   warm.   Ich fragte   die   Königin   des   Tresens   woher   die   Wärme   käme?   Heizungsschläuche   in   den   Betonwänden   vergossen,   aber   im   Winter könne   man   hier   auch   locker   frieren.   Ein   Holländer   hätte   das   ganze   entworfen   und   auch   gebaut.   Aaaahh,   daher   die   orangenen Klohäuschen.   Wir   kennen   doch   unsere   Oranjes!      Ich   kam   ins   Gespräch   und   erfuhr,   dass   hier   nie   mehr   wie   1.200   Personen   rein durften.   Denn   genau   diese   Menge   an   Menschen   könnte   man   innerhalb   von   4   –   5   Minuten   aus   dem   Gebäude   evakuieren.   Nach einer   guten   Stärkung   bestaunten   Jürgen   und   ich   das   Joystick   Auto   und   den   Solardach-Van,   bevor   wir   uns   dann   selber   aus   dem Gebäude   evakuierten.   Leute,   da   gibt   es   soviel   zu   sehen,   so   viele   Eindrücke   und   Staunenswertes,   wer   noch   nicht   da   war,   sollte sich   das   ruhig   mal   antun.   Ist   wirklich   empfehlenswert.   Übrigens,   die   Haltegurte   der   schwarzen   Kästen,   die   darfste   behalten.   Klar, sind   ja   dann   auch   jebraucht.   Dann   hieß   es   alle   zur   Treppe   und   Gruppenfoto.   Die   Freude   war   groß,   als   endlich   alle   Ihre   Royal Stars   anließen   und   wir   in   verschiedenen   Gruppen   a´20   sagen   wir   mal,   noch   eine   schöne   geführte   Etappe   durch   das   Ländle fuhren.      Unser   Guide   hatte   eine   schnellere   Gangart,   so   dass   wir   die   Gruppe   vor   uns   einholten.   In   unserer   Gruppe   war   schön Bewegung.   Ständig   scherten   die   Bikes   nach   links   und   rechts   aus   um   unsere   Gruppe   gegen   Querstrassen   abzusichern.   Dadurch rückte   man   relativ   schnell   nach   ganz   vorne   um   dann   ein   paar   Minuten   sich   wieder   ganz   hinten   am   Ende   der   Gruppe   wieder   zu finden. Endlich   erreichten   wir   unser   zweites   Tagesziele.   Den   Yamaha   Motorcorner.   Wir   trudelten   als   letzte   ein   und   suchten   uns unterhalb   des   Geschäftes   seitlich   noch   einige   Nischen   in   den   Parktaschen.   Der   ganze   Bereich   um   den   Motorcorner   war übersäht   mit   Royal   Stars.   Ich   schätze   mal   mind.   80   Stück.   Welch   ein   imposanter   Anblick.   Jürgen   hatte   direkt   neben   mir rückwärts   mit   seitlichem   Gefälle   eingeparkt.   Es   war   sehr   warm   und   es   zog   uns   in   die   Verkaufhallen.   Überraschung:   Triumph, Suzuki,   Yamaha   und   Geländemaschinen,   alles   war   vorhanden.   Die   Temperaturen   in   den   Verkaufräumen   waren   kaum   zu ertragen,   nichts   wie   nach   draußen.   Mindestens   3   Gruppen   saßen   spachtelnd   an   den   langen   Biertischen.   Eine   Schülergruppe hatte   für   den   guten   Zweck   Maultaschen   hergestellt   und   verteilte   diese   an   die   hungrigen   Biker   der   Royal   Stars   Germany. Kartoffelsalat   und   Kaffee   und   Kuchen   gab   es   ebenso.   In   Null   Komma   nichts   war   alles   verkauft   und   aufgegessen.   Jürgen,   Brigitte und   ich   schlenderten   im   Anschluss   alle   Bikes   von   oben   nach   unten   ab.   Bei   jeder   Royaligen   blieben   wir   mal   kürzer   mal   länger stehen   und   stellten   schnell   fest,   dass   es   wirklich   keine   zwei   gleichen   Maschinen   gab.   Der   Einfallsreichtum   und   die   originellen Vorstellungen der Besitzer fand kein Ende. Ein Bike hatte es J ürgen angetan. Eine mächtige Fanfare die per E-Motor angetrieben wurde, wollte gekitzelt werden. Der Besitzer war einverstanden und entfernte sich freiwillig von seinem Bike. Jürgen ließ es richtig heulen, welch ein Heuler. Dann tauchten 3 verwildlederte Trikes auf. Hochpipes und Chrom, welch ein Auftritt. Wir bestaunten diese Wildtiere aus der freien Wildbahn mit ihren mächtigen Sicherheitsbügeln die in Erdnähe das werfen des Bremsankers erleichtern sollten. Vor allem ein Trike stach klar hervor. Seitlich gab es einen Tigerkäfig für Taifun, einem kleinem Streichholzschachtelhund, der die verwundbare Flanke des Trikers sicherte. Eine Sozia schaffte es, den Triker der aussah wie der Trapper mit der Glatze aus Old Shatterhand dessen deutscher Name mir leider nicht einfällt, dazu zu bewegen, Sie mal hintendrauf mit zunehmen. Er fuhr rauf und runter während Sie Taifun vor Begeisterung am Schwanz durch die Gegen schwenkte und dieser schließlich einen Abgang wie das Eichhörnchen in ICE AGE 1 machte. Jau, die Frau hatte es drauf. Schließlich ertönte von weit her ein Ruf. Ganze Rotte sitz auf! Die flachen Waschbrettbäuche in die viel zu knappen Bikerjacken gepresst, die Schultern fest nach hinten gezogen, die Nase schnuppernd in den Wind gehalten, dann war es klar, die Rücktour zum Hotel stand an. Aufgeregt wackelten die Vergaserblöcke der Royal Stars mit ihren Schwimmernadeln und dann ging es los. Eine Gruppe nach der anderen zog Gashahn verliebt auf die Strecke, der Weg war das Ziel. Nach   einer   unbeschreiblichen   Fahrt   durch   die   Schwäbische   Alb   mit   einer   traumhaften   Natur   die   das   Herz   gerne   festhalten möchte   und   die   das   Auge   doch   wieder   loslässt,   gelangten   wir   schließlich   nach   Boll,   das   sein   Bad   vor   einem   Jahr….      Ihr   erinnert Euch    erhalten    hat,    gegen    Nachmittag    im    Seminaris    Hotel    wieder    an.    Das    Prospekt    sagt    dazu:    das    Seminaris    liegt    im Stauferland, am Fuße der Schwäbischen Alb. Punkt. Und   an   diesem   Fuße   der   Schwäbischen   Alb   gab   es   dann   ein   großes   Hallo,   denn   inzwischen   waren   etliche   des   Kölner Stammtisches   angereist.   Die   Ausflügler   schlichen      müde   aber   glücklich   durch   die   große   moderne   Empfangshalle   des   Hotels. Das    254    Bettenhaus    war    vollständig    von    den    Royal    Stars    Germany    gebucht    worden    und    präsentierte    sich    modern,    mit Treppenführender   Galerie,   und   Empore   auf   der   man   einen   schönen   Überblick   über   die   Halle   hatte.   Die   große   mehrere   Meter hohe   Eingangsfront   war   gänzlich   aus   Glas   und   erlaubte   nicht   nur   einen   massiven   Lichteinfall   in   den   Empfangsraum   sondern auch   einen   weiten   Blick   auf   den   Vorplatz,   auf   dem   etliche   Royalige   geparkt   oder   gerade   entladen   wurden.   Es   herrschte   ein reges Treiben. Die   2   räumlich   getrennten   Aufzugssysteme   wurden   intensiv   genutzt   und   beförderten   pausenlos   Biker   und   Anhang   sowie   Gepäck auf die 4 verschiedenen Etagen. Im   Foyer   standen   links   an   der   Wand   2   umgebaute   Maschinen   und   rechts,   ja   was   war   denn   das:   Eine   Royal   Star,   kein   Zweifel,   in einer   tollen   Lackierung   Mehrfarbig,   ohne   Lederkoffer   und   Halterungen,   komplett   umgestylt.   Später   erfuhr   ich   dann,   dass   dieses schöne   Prachtstück   Tommy   Blank   vom   Clubartikelverkauf   gehörte.   (Tommy,   feines   Maschinchen!!!!!!!)      Endlich   im   Zimmer   hieß es   erst   mal   entspannen,   duschen   und   brettfett   fein   machen   für   den   ersten   gemeinsamen   Abend.   Etwas   aufgeregt   gingen   Brigitte und   ich   dann   in   den   großen   Speiseraum,   in   dem   ein   großes   Büfett   aufgebaut   war.   Schnell   war   ein   Tisch   mit   bekannten Gesichtern   gefunden.   Nach   einem   guten   und   reichlichen   Abendessen   ging   es   dann   zum   gemütlichen   Teil   über.   Über   offene Terrassentüren    gelangten    Bikerin    und    Biker    auf    den    großen    Terrassenteil    der    Hotelanlage.    Flugs    wurden    einige    Tische zusammen   geschoben,   Finger   eingeklemmt,   Taschen   gequetscht   und   Zigarettenschachteln   neu   sortiert,   aber   dann   fanden   alle ihren Platz. Alte,   über   die   Jahre   gewachsene   Bekanntschaften   zahlreicher   Jahrestreffen   wurden   erneut   bestätigt.   Und   so   wurden   immer wieder   mal   Plätze   an   unserem   Tisch   frei.   Da   dies   Brigitte   und   mein   erstes   Jahrestreffen   waren,   kamen   wir   nur   zu   einem Resultat:   Ehn   jroß   Familisch.   Herrlisch!   Doch   auch   der   schönste   Abend   sollte   irgendwann   zu   Ende   gehen,   gerade   wenn   es schon   nach   Mitternacht   ist   und   am   nächsten   Tag   ein   nettes   Türchen   mit   über   200   km   ansteht.   Gute   Nacht,   ja   gute   Nacht….        Schnarch – schnarch – 3. Tag (Freitag)  Tagestour durch das Lautertal, Wimsener Höhle und Burg Lichtenstein.  Brischitt,   wo   sin   min   Söck?   Jeder   Tag   beginnt   mit   einem   vernünftigen   Frühstück.   Also   ab   in   den   Kumpelkasten   und   aus   dem   3. Stock   abgeseilt.   Kaum   us   de   Dür,   verwunderte   Blicke,   mir   ston   he   mitten   in   der   Bar,   nä,   nä,   also   die   Wanderkarte   usjepack   und mit   nem   Kompass   die   Richtung   angepeilt.   Na   bitte   geht   doch.   Der   Duft   von   frischen   Brötchen   und   Kaffee   schwabberte   durch   den Raum,   hier   sin   mer   Zuhuss   (jetz   fählt   nur   noch   die   Ussicht   up   de   Dom   .   En   Schlach   Rührei   up   den   Deller,   Kies,   in   paar   Brütche und   Hallo,   guten   Morgen,   Morgen,   nicken,   bis   dat   de   mal   ans   kauen   küst,   dat   dauert.   Kandy   sitzt   mümmelnd   am   Tisch,   ich schüttele   die   Kaffekanne,   verdächtig   leicht,   Denkblos:   Dä   Kerl   süfft   ever   verdammt   fill   vun   där   schwaze   Bröh.   Brigitte   kommt   mit Töpfchen,    Marmelade    ihr    Nasen,    und    vollbringt    Ihre    Meisterarbeit    bis    das    dass    Brötchen    aber    auch    so    was    von    exakt geschnitten,   bestrichen   und   belegt   ist,   nach   der   4   Tasse   Kaffee   fang   ich   langsam   an   zu   dampfen.   Aufhören   schreit   mein   Herz, schütten grunzt der Schlund, das Schwitzen siegt. 09:10   Uhr,   draußen   ist   die   Hölle   los.   Eine   Maschine   nach   der   anderen   röhrt   und   brummt   aus   der   Tiefgarage,   versucht   einen Platz   in   der   2   reihigen   Blechschlange   zu   finden.   Die   Jungs   mit   den   roten   und   grünen   Leibchen   leuchten   weithin.   Rot   ist   Guide, grün   ist   Schlusslicht,   letzter,   jans   am   End.   Es   sind   einfach   zu   viele,   also   wieder   Jruppenbildung.   Eins,   zwei,   drei,   vier,   fünf, Irgendwas   irritiert   mich   in   der   Menge   der   Maschinen,   aaahhhh,   Kalles   schwule   Moped   steht   da   so   einfach   unschuldig   am rechten   Rand   als   wenn   so   gar   kein   Wässerchen   trüben   könnte.   Jetzt   kommt   aber   doch   Bewegung   in   die   Masse.   Gruppe   eins schafft   es   wie   auf   ein   unsichtbares   Kommando   loszufahren.   Gruppe   2   stellt   sich   auf,   und   alles   an   Kalles   Moped   vorbei.   Gruppe drei   formiert   sich,   plötzlich   ist   Jürgen   mit   seiner   Royaligen   neben   Kalle,   ich   direkt   dahinter.   Klar,   wir   werden   in   der   dritten   Gruppe mitmischen.   Brigitte   sitzt   auf,   nein   diesmal   strafft   Sie   nicht   die   Vanucci   Handschuhe   sondern   fingert   an   der   Digi   Kamera   rum, plötzlich    höre    ich    nur    ein    Klick,    Klöng,    plong,    und    ein    och    nee    Scheisse.    Mit    den    zarten    Fingern    mal    eben    den Batterieverschlußdeckel   geschickt   geöffnet,   so   dass   die   zwei   Mignonbatterien   sich   direkt   in   die   Freiheit   begeben   konnten.   Das Kommando   es   geht   los   erfolgt.   Geschickt   positionieren   sich   die   Maschinen   im   versetzen   2   Reihenmuster   und   donnern   wenig später   auf   der   schönen   Ausfahrtstrasse   von   Bad   Boll.   Es   geht   durch   herrliche   Täler,   die   wie   gemalt   erscheinen,   Berge   werden über   herrlich   steile   und   gewundene   Straßen   auf   die   Anhöhen   bezwungen.   Die   Belohnung   folgt   auf   dem   Trittbrett.   Ein   Panaroma unglaublich,   Fernsicht   geschätzte   30   –   40   km,   habe   ich   so   auch   noch   nicht   gesehen.   In   mir   steigt   langsam   der   Verdacht   auf:   Dat Schwäbisch Alpine is richtisch schön. Wieder so ein Moment, in dem mir eines meiner selbst geschriebenen Gedichte einfällt: (Da müsster jetzt dursch ) „Welch seltsam Geschick, ich in dir erblick, welch rührend Gefühl, in dieser fleissigen Mühl, kanns noch gar nicht fassen, möchte auch nicht von ihm lassen, doch tränkt schon die Ahnung all, das er entschwindet wie der Schall, so kehrt er wohl nie mehr zurück, das was bekannt als der Augenblick. “ Auf dieser Tour habe ich ein neues Ritual entwickelt. Ich mache meinen Blick ganz weich, atme aus und kräftig wieder ein, wobei ich mir vorstelle, die Landschaft einzusaugen. Das weitet ungemein! So geweitet schaffte ich es dann gerade noch auf einen staubigen Parkplatz in einem Tal, irgendwo hinter Münsingen, vor dem Fahrziel Marbacher Gestüt rein zu fahren. Mit Bedacht zirkelte ich mein Dickschiff auf dem staubigen Untergrund und schloss zu den vor mir parkenden 150 anderen Maschinen auf. 20 Minuten Pause wurden angekündigt. Langsam schlenderte ich umher, meine Frau suchend und kam dann bei meinem  Bike an. Nach einigen Minuten standen wir um Joachims   Bike   herum.   Er   machte   ein   sorgenvolles   Gesicht.   Ich   schaute   auf   den   Boden   und   sah   gerade,   wie   sein   Bike   ungeniert pinkelte.   Wat   war   denn   dat?   Äh,   willste   dat   nit   mal   weg   machen?   Dat   Bike   hat   zuviel   Druck   auf   der   Leitung,   waren   einige natürlich   gut   gemeinte   Kommentare.   Doch   ernsthaft,   irgendetwas   stimmte   nicht.   Joachim   hatte   mich   vor   Abfahrt   schon   auf einige   Tropfen   am   Boden   unter   seinem   Bike   aufmerksam   gemacht.   Schnell   bildete   sich   eine   Gruppe   von   ernsthaft   bemühten Ahnungslosen   und   fachsimpelten   drauf   los.   Schließlich   nahm   Achim   V.   aus   H.   das   ganze   in   seine   bewährten   Hände.   Sitz runterholen, Bordwerkzeug raus und schauen. Das   Bike   sprang   zwar   an,   ging   aber   wieder   direkt   aus.   Viele   Versuche,   Vergaser   leer   laufen   lassen,   durch   Unterdruck   eine vielleicht   klemmende   Schwimmernadel   wieder   lösen,   fruchteten   alles   nicht.   Die   Tourenguides   hatten   inzwischen   3   Gruppen wieder    auf    die    Reise    geschickt.        Wir    verzögerten    unsere    Abfahrt,    bis    das    Chris    vorschlug,    den    Versorgungswagen    der Sponsorbikerwerkstatt   Motorcorner   anzurufen.   Solidarisch   blieben   3   tapfere   nämlich   Chris   und   Thomas   mit   Ele,   bei   Joachim   und Dagmar,   wobei   Joachim   sichtlich   geschockt   wirkte.   Wir   anderen   ließen   uns   den   Spaß   nicht   weiter   verderben   (böser   Joachim) und   fuhren   endlich   als   letzte   Gruppe   weiter.   Als   letzte   Gruppe   kamen   wir   dann   auch   nach   einer   Fortsetzung   der   herrlich landschaftlichen Tour an der Wimsener Höhle an. Parkplatztechnisch   ebneten   wir   uns   einen   Weg   auf   einer   Wiese.   Es   war   heiß,   also   Klamotten   vom   Leib   und   notdürftig   in   die Taschen   verstaut,   trotteten   Brigitte,   Kalle,   Jürgen   und   ich   r   ...auf   den   Höhleneingang   zu.   Da   nur   eine   kleine   Gruppe   von   Leuten in   die   Höhle   durfte,   war   der   Rückstau   zu   groß.   Also   direkt   auf   die   andere   Seite,   wo   das   Restaurant   sind   befand.   Getränke bestellen   und   das   kühle   prickelnde   den   trockenen   Schlund   hinunter   laufen   lassen.   Aufbruch.   Während   sich   die   meisten   schon wieder   in   Richtung   Parkplatz   bewegten,   bestellte   sich   Uta   noch   einen   Capuccino.   Sie   bewahrte   die   Ruhe   und   trank   Ihr   heißes Getränk   in   Ruhe   aus.   Kurz   bezahlen   und   dann   brachen   auch   wir   Richtung   Parkplatz   „Wiese“   auf.   Lautes   Motorengeknatter erfüllte   schon   die   Luft,   als   wir   uns   erst   noch   alle   Klamotten   zusammen   suchten.   Die   ersten   Gruppen   waren   schon   auf   und   davon, als    wir    uns    mit    unseren    dicken    Bikes    wie    die    Kaninchen    hoppelnd    vom    Acker    (Wiese)    machten,    in    Richtung    eines    der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Schwäbischen Alb „Schloss Lichtenstein“. Graf   Wilhelm   von   Württemberg,   Herzog   von   Urach   und   Neffe   des   Württembergischen   Königs   empfing   uns   zwar   nicht   persönlich vor   dem   grobsandigen   Gräflichen   Parkplatz,   (konnte   er   ja   auch   nicht,   da   er   dieses   Bauwerk   1840/1841   im   romanischen   Stil erbauen   ließ),   aber   dafür   war   noch   mal   alle   Aufmerksamkeit   beim   parken   der   mächtigen   Royaligen   gefordert.   Steigung   mit Schräge,   quer   zum   Gefälle   rückwärts   auf   grobsandigem   weißem   Untergrund,   Jau,   Prüfung   bestanden.   Der   Bock   stand,   nur   die Schräglage   verursachte   ein   kurzes   Bedenken.   Dichtes   Gedränge,   besetzte   Bänke   also   ab   ins   Forsthaus.   Vorzügliche   Bedienung und   dann   gab   es   ein   herrliches   Essen.   Leckere   Kässpätzle,   bin   ich   verrückt   nach.   Nach   der   Bezahlung   schlenderten   Brigitte   und ich   noch   zum   Schloss.   Märchenhaft   und   mittelalterlich   lag   es   trotz   seiner   Jugend   da   und   bot   mit   seinen   vielen   kleinen   und größeren Türmchen einen verträumten Anblick. Wo war Rapunzel, die sonst ihr kilometerlanges blondes Haar herunterließ. Suchend   blickten   meine   Augen   die   Turmfenster   ab,   und   blieben   an   einer   grünen   Parka   Jacke   hängen.   Achim   kam   schlendernd Richtung   Schlossausgang.   Nein,   das   war   auf   keinen   Fall   Rapunzel.   Der   Ausflug   näherte   sich   seinem   Ende.   Die   erste   Gruppe ließ   schon   die   Mopeds   an,   als   Brigitte   und   ich   und   einige   andere   vertrauten   Gesichter   dem   gräflichen   Parkplatz   zuströmten.   War das   ein   Gewusel.   Rote   Standartenhemdchen   nach   vorne,   jeröne   janz   nach   hinge.   Ich   hatte   noch   Zeit   und   postierte   mich   einige Meter   unterhalb   der   Ausfahrt.   So   konnte   ich   einige   Schnappschüsse   der   3   losdonnernden   Gruppen   machen,   die   mit   ihren Royaligen die gräflichen Gefilde laut röhrend verließen. Aufmerksam   schob   ich   meine   Kiste   in   Fahrtposition,   es   gab   Kuddelmuddel.   In   dieser   Gruppe   oder   in   der   letzten?   Verschiedene vertraute   Helme   befanden   sich   schon   in   Fahrtrichtung,   andere   winkten   ab   und   gaben   letzte   Gruppe   zu   verstehen.   Tja,   und   dann stehste   eingekeilt   und   küs   nimie   vor   un   zurück.   Wat   soll   dat,   fragte   ich   mich   und   winkte   meine   bessere   Hälfte   heran.   Schließlich donnerten   auch   wir   vom   Parkplatz   mit   dem   langsamsten   Tourenguide   von   Allen.   Die   letzte   Gruppe   holte   uns   relativ   schnell   ein. Aber    was    für    eine    herrliche    Rückstrecke    wieder    über    die    Schwäbische    Alb    mit    seinen    schönen    Bergrücken    und    seinen wundervollen   Tälern   bis   nach   Bad   Boll.   Etwas   müde   (Höchstgeschwindigkeit   war   48   km/h)   aber   mit   einem   Rucksack   von tausend erlebten Eindrücken parkten wir unsere Bikes in die Tiefgarage des Seminaris Hotels. Abendessen   drinnen   und   draußen,   einen   Extra   Grill,   lecker   und   schön   präsentierte   sich   das   Buffet.   Clubartikelverkauf   auf   dem ersten   Stock.   Ein   ganzer   Raum   voll   mit   Begehrlichkeiten   unseres   neuen   Clubartikelverwalters   Tommy   und   seiner   Partnerin Melle   sowie   Tommys   Schwester,   die   selber   eine   RS   fährt.   Wer   konnte   da   widerstehen?   Klar   gab   es   von   Donnerstag   bis Samstag einen offenen Shop und so wurden auch wohl die meisten der 200 RSG Mitglieder und Ihre Partner fündig. Und   doch   sollte   es   an   diesem   Abend   noch   mal   richtig   spannend   werden.   Gegen   20:30   Uhr   versammelten   sich   alle   Mitglieder   der Royal   Stars   Germany   im   Plenar-   und   Bankettsaal   des   Seminaris   Hotels   zur   Jahreshauptversammlung.   Der   Vizepräsident   Alf Geisert   begrüßte   uns   alle.   Nach   einigen   warmen   Worten   und   der   Vorstellung   der   Tagesordnungspunkte   begann   der   Vize   mit seinem    Bericht    über    die    plötzliche    und    unerwartete    Abdankung    unseres    ehemaligen    Präses    Heinz    Kugelmeier.    Die anschließende   Entlastung   des   alten   Präsidiums   durch   die   Mitglieder   ging   nicht   ohne   eine   sich   langsam   steigernde   hitzige Diskussion    über    die    Personen    und    Themenschwerpunkte    vonstatten.    Durch    einen    hervorragenden    rhetorischen    Kunstgriff gelang   es   dem   Vize   dann   doch,   ein   Abstimmungsergebnis   zugunsten   einer   Entlastung   des   alten   Vorstandes   zu   erzielen.   Mit dieser   Entlastung   des   alten   Vorstandes   stellte   der   bisherige   Kassenprüfer   Manfred   Geissel   sein   Amt   zur   Verfügung.   Nächster Tagungspunkt   war   die   Abstimmung   einer   notwendig   gewordenen   Satzungsänderung   der   RSG,   die   in   verschiedenen   Punkten erweitert   bzw.   angepasst   werden   musste.   Auch   dieses   wurde   durch   den   Vizepräsidenten   Alf   Geisert   in   überzeugender   Klarheit vorgetragen   und   schließlich   durch   die   Mitglieder   beschlossen.   Der   absolute   Höhepunkt   des   Abends   war   die   Wahl   des   neuen Präses   der   Royal   Stars   Germany.   Einziger   Kandidat   und   Präseserfahren   war   unser   Kölner   Stammtisch-Mitglied   und   Webmaster der Cologne Division Chris Wölki. Mit überragender Mehrheit wurde Chris Wölki zum neuen Präsidenten der RSG gewählt. Jetzt   stand   die   Wahl   des   neuen   Kassenprüfers   an.   Doch   erst   nach   einer   fordernden   aufrüttelnden   Rede   des   Vize   hob   ich meinen linken Arm hoch und stellt mich als Kandidat für das Amt des Kassenprüfers zur Verfügung. In   meinem   Kopf   hat   sich   aber   was   ganz   anderes   abgespielt.   Als   mit   der   Wahl   der   Provinzstadt   Düsseldorf   zur   Landeshauptstadt von   NRW   die   Weltstadt   Köln   übergangen   wurde,   jab   dat   in   Kölle   einen   echten   Schock.   Dat   ham   ma   lange   nit   überwunden.   Doch plötzlich   erjab   sich   die   Chance,   20%   der   Düsseldorfer   Stadtwerke   zu   kaufen,   wat   der   Stadtwerke   Konzern   Köln   uch   jedon   hätt. Der   OB   von   Düsseldorf   war   zu   dem   Zeitpunkt   in   Urlaub.   Dä   kom   widder   und   hät   en   ne   Tobsuchtsanfall   jekräje.   Dat   hät   fast   en ne   Bürjerkrieg   jejovve.   Parlamentäre   up   beide   Sicke   joven   ihr   bestes.   Eines   schönen   Morgjens   ich   lur   in   dat   Intranet   der Rheinenergie,   riev   ich   mir   die   Ouge,   der   neue   Vertriebsvorstand   der   Rheinenergie   wor   vürher   in   Düsseldorf   Geschäftsführer   bei den   Stadtwerken   gewesen.   Do   wor   ich   platt.   Dat   wor   die   Wiederjutmachung.   Un   wie   mir   dat   su   durch   de   Kopp   jing,   do   fiel   et   mir wie   Schuppen   von   de   Ougen,   en   Düsseldorfer   is   der   neue   Präses   bei   den   RSG,   do   musste   doch   dajejen   halten,   flugs   de   Ärm huhjerissen und kurze Zick später wor ich Kassenprüfer. (Wat mät dä eijentlisch?) Jetzt   stand   noch   die   Abstimmung   der   Wahlperiode   auf   2   Jahre   für   das   Präsidium   an,   die   aber   nach   gründlicher   Darlegung   auch von   den   Mitgliedern   beschlossen   wurde.   Nach   diesem   Spannungsgeladenen   Abend   gingen   die   meisten   der   Mitglieder   mit   ihren Partnern    zum    gemütlichen    Teil    über.    Für    mich    gab    es    noch    einige    spannende    Gespräche    mit    meinem    Vorgänger,    dem amtierenden   Kassenwart,   dem   Vize   und   unserem   neuen   Präses   sowie   dem   Tommy   vom   Clubartikelverkauf.   Von   jetzt   auf   gleich in   die   Welt   des   Präsidiums,   das   war   schon   spannend.   Irgendwann   weit   nach   Mitternacht   fanden   Brigitte   und   ich   dann   auch   den Weg ins Hotelzimmer. 4. Tag (Samstag) Obere Roggenmühle, Ulmer Marktplatz und Versammlung Teil 2 Die Nacht war viel zu kurz, aber es half alles nichts. Die Tripple Bs (Bad Bollschen Brötchen) wollten verdrückt werden. Diesmal waren wir sogar recht früh dran, oder die anderen spät, wie man`s sieht. Nach einigen Kannen Kaffee pumpten meine Drüsen die erforderlichen Enzyme in den Blutkreislauf und ich kam in Wallung. Klar, die Geschehnisse des Vorabends waren Thema und flugs verging die Zeit. Da ich schon am Tag zuvor den Tiger bis zum Anschlag in den Tank gepresst hatte, fuhr ich gemächlich aus der Tiefgarage und stellte mich ganz weit hinten an. In Gruppe 5, das waren die letzten Husaren, ging es dann mit Tornado Sound aus Bad Boll heraus Richtung Göppingen. Die Schwaben haben es mit dem Ingen, Heiningen, Eislingen, Göppingen, schon mal aufgefallen? Aber was für eine herrliche Landschaft, durch das Stauferland mit seinen 3 Kaiserbergen die da heißen Hohenstaufen – Rechberg – Stuifen fuhren wir bergauf bergab durch einfach unbeschreiblich schöne Landschaften bis hinunter ins Eybach Tal bei Geislingen (wo die sieben Geiseln wohnen) Doch irgendetwas irritierte mich total. Etwas war anders als sonst. Ich grübelte und grübelte und plötzlich sah ich es mit meinen eigenen Augen. Ein strahlender Jo-Akim mit einer Triumph Praline und wat der Kerl strahlte. Eine Triumph mitten unter all den Royaligen. Das muss man erst mal verkraften. Und davor strahlte seine bessere Hälfte auf dem herrlischen Räkelkissen fum Hannes Jöbel. Dat is doch ens en Nummer. Unsere Gruppe Namber Veiv zirkelte eine enge Rechtskurvige Einfahrt auf den bereits völlig überfüllten Parkplatz. Nach einigen Andock- versuchen konnte ich meine Maschine endlich abstellen. Und es war richtig schön warm. Also los, runter vom Bock, alles schnell verstaut und nach vorne getrabt, zum Eingang der Oberen Roggenmühle. Hier   tummelte   sich   alles,   was   auf   2   Rädern   unterwegs   war.   Jetzt   hieß   es,      die   staubige   Kehle   etwas   anfeuchten.   Alles   war   auf rustikal   gemacht,   einige   Bierbuden   und   irgendwo   gab   es   auch   ein   paar   Snacks.   Einige   merkwürdige   Hütten   standen   abseits.   Ein paar   Biker   gingen   in   die   Richtung   und   ich   trottete   brav   hinterher.   Wurde   direkt   belohnt.   Ein   Hängebauchschwein,   schwarz   wie die    Nacht    schnüffelte    am    Boden    rum.    Doch    ich    rieb    mir    die    Augen,    was    war    denn    das?    Am    Rücken    trug    das Hängebauchschwein   eine   Kutte   der   Royal   Stars   Germany,   davor   ein   Biker   auf   dem   Boden   liegend   und   fotografierend.   Zum Grunzen   schön.   Nur   15   Meter   weiter,   ja   was   war   denn   das?   Ein   mittelalterliches   Zeltdorf,   mit   Frauen   Männern   und   Kindern   in Gewändern   der   Epoche.   Zwei   Gestalten   erregten   meine   Aufmerksamkeit.   Der   eine   schmal   der   andere   war   Bruder   Tuck   aus Robin   Hood   nur   viel   jünger,   vielleicht   der   jüngere   Bruder?   Schwerter,   hilflos   fuchtelten   die   beiden   damit   herum   und   versuchten eine   abgestimmte   Kampfsequenz   zum   Besten   zu   geben,   was   aber   gründlich   misslang,   da   jeder   woanders   hinhaute,   was natürlich   nicht   hinhaute.   Nur   wenige   Minuten   später   hatte   ich   Bruder   Tuck   Juniors   Schwert   in   der   Hand   und   ließ   es   gekonnt einige   Achten   als   Schwerthiebe   ausführen.   Sofort   Geschrei,   mein   Gott   die   Kinder,   die   sollen   das   nicht   sehen!   Missmutig   gab   ich den   Kartoffelspieß   wieder   an   Bruder   Tuck   jun..,   durfte   zur   Belohnung   mal   seinen   umfunktionierten   Schweißerhandschuh   mit verzierten Blechlamellen ausprobieren. Schlendernd   und   hustend   schaute   ich   mir   das   Innenleben   der   Zelte   an,   um   dann   aber   doch   nach   Rauch   stinkend   das   Weite   zu suchen.    Irgendwo    entdeckte    ich    dann    auch    Brigitte    und    vereinigte    mich    (nicht    was    Ihr    wieder    denkt)    mit    ihr,    indem    wir gemeinsam   aus   Ihrer   Flasche   Wasser   tranken.   Massenbewegung   in   Richtung   Parkplatz,   das   kann   nur   eins   bedeuten.   Und richtig,   Aufbruch   zum   Großen,   Ganz   Großen   Ereignis   des   Tages.   Sammelpunkt   war   eine   Raststätte   auf   der   A8,   wo   sich   mal eben   fast   150   Bikes   in   Fünferlinien   nebeneinander   aufstellten.   Da   staunten   die   Truckfahrer   nicht   schlecht,   geblendet   von   dem ganzen   Chrom   und   der   königlichen   Ausstrahlung   unserer   Bikes.   Aber   die   gemeinsame   Abfahrt   verzögerte   sich   dann   doch   noch, bis   endlich   die   eingetroffene   Kavallerie   in   Blau   verteilt   Aufstellung   nahm   und   das   Zeichen   zur   Losfahrt   in   mehreren   Gruppen nach Ulm, gab. Das   war   ein   gewaltiger   Auftritt,   endlos   donnerten   die   Maschinen   über   die   Autobahn   um   dann   auf   der   Bundesstrasse   Richtung Ulm    in    einem    Konvoi    ohne    grosse    Absperrung    in    die    Innenstadt    zu    fahren.    Dort    waren    dann    allerdings    die    wichtigsten Zufahrtsstrassen   für   uns   gesperrt   worden,   so   dass   wir   Gruppe   für   Gruppe   auf   den   ansonsten   für   Verkehr   gesperrten   Ulmer Marktplatz   eintrudelten.   Es   ging   vorbei   am   historischen   Ulmer   Rathaus   direkt   auf   den   Marktplatz,   der   inzwischen   gefüllt   mit Royal   Stars   war.   Die   Sonne   meinte   es   gut   mit   uns   und   spendete   ihr   intensives   Sonnenlicht.   Wie   in   jedem   Jahr   sucht   der einladende   Gastgeber   Stammtisch   für   das   Jahrestreffen   eine   wohltätige   Organisation   aus,   die   dann   die   gesammelten   Spenden der   Royal   Stars   Germany   überreicht   bekommen.   In   diesem   Jahr   spendete   der   Yamaha   Händler   Motorcorner   eine   Unfall   Royal Star,   die   dann   durch   den   Stammtisch   der   Schwaben   Cruiser   zerlegt   und   deren   Einzelteile   in   Deutschland   innerhalb   der   Royal Stars   Germany   versteigert   wurden.   Eine   Schule   beteiligte   sich   mit   selbst   gemachten   Maultaschen,   Kartoffelsalat   und   Kaffee   und Kuchen   sowie   eines   selbst   durchgeführten   Verkaufes   mit   Ihrem   Erlös   an   den   Spendeneinnahmen.   Zusätzlich   kamen   noch freiwillige Spenden aus den Reihen der RSG hinzu.
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15. Jahrestreffen der Royalstars Germany in BAD BOLL 2011