Ja,   es   ist   wieder   soweit,   ich   sitze   am   Rechner   und   meine   Gedanken   schweben   zurück   zum   Jahrestreffen von   2009.   Für   mich   persönlich   eines   der   schönsten   Treffen,   dass   ich   je   erlebt   habe.   Das   Ziel   war   Berlin oder   besser   gesagt   das   Seminaris   Hotel   in   Potsdam   bei   Berlin.   Potsdam,   wo   einst   im   18.   Jahrhundert Friederich   der   Große   residierte...   Wer   kennt   nicht   den   Alten   Fritz,   ein   Preußenkönig   welcher   Deutschland geprägt   hat   wie   kein   andere   vor   ihm.   Wer   im   Geschichtsunterricht   aufgepasst   hat   weiß,   dass   er   den Schulunterricht   verbessern   wollte   und   hier   in   Deutschland   die   Kartoffel   als   allgemeines   Nahrungsmittel per    Gesetz    etabliert    hat.    Auch    militärisch    hatte    er    ein    geschicktes    Händchen    (wie    sein    Vater,    der Soldatenkönig)     aber     an     seinem     Lebensende     hatte     er     mehr     für     seine     Hunde     als     für     seine Mitmenschenübrig.    Das    Schloss    Sanssouci    (ohne    Sorgen),    eine    Nachlassenschaft    von    unserem    Fritz gebaut   nach   dem   Vorbild   des   französischen   Versailles,   ist   heute   ein   Wahrzeichen   für   Potsdam.   Über   Berlin brauche   ich   ja   nichts   mehr   zu   schreiben   eine   Weltstadt   mit   einer   bewegten   Vergangenheit   in   guten   sowie dunklen Tagen.
BERLIN 2009
13. Jahrestreffen der Royalstars Germany in POTSDAM 2009
Der    Stammtisch    aus    dem    alten    Preußenland    hatte    2009    die Royalisten   in   das   Land   von   Spree   und   Havel   gerufen   und   für   ein sehr    besonderes    Programm    gesorgt.    Berlin    ist    ja    nicht    eben neben   der   Tür   aber   ich   hatte   keine   Lust   über   die   Autobahn   zu fahren.   Die   meisten   des   Kölner   Stammtisches   schlossen   sich mir   an.   Unser   Freund   Achim   –   der   mit   der   Gelben   –   war   zur selben      Zeit      mit      einer      kleinen      Gruppe      von      uns      im Mecklenburgische   Lande   unterwegs   und   wird   erst   in   Potsdam   zu uns   stoßen.   Von   Hennef   aus   ist   es   ungefähr   700   Kilometer   nach Berlin.    Diese    Strecke    über    Landstraße    an    einen    Tag    zu bewältigen,   ist   zu   viel.   Darum   musste   ein   Zwischenziel   gefunden werden.
Etwa   zur   Hälfte   der   Strecke   liegt   der   Harz und   ich   versuchte   hier,   ein   geeignetes   Hotel zu   finden   um   meine   Gruppe   unterzubringen (11    Maschinen    und    15    Personen).    Leider waren    die    meiste    Hotels    ausgebucht,    doch ich   fand   am   Rande   des   Harz   in   Halberstadt das    Hotel    Ambiente    ein    Teil    einer    alten Zuckerfabrik.   Dieses   Relikt   aus   DDR   Zeiten hatte   sich   in   einen   modernen   Kino-Komplex     mit   Gastronomie   und   Hotel   verwandelt.   Nach einer    Übernachtung    werden    wir    dann    zum Endziel,   dem   Seminaris   Seehotel   direkt   am Templinersee in Potsdam, weiter fahren.
Die   Tage   des   Jahres   2009   schritten   dahin   und nach   einer   erfolgreichen   Eröffnungstour   durch die   grünen   Wälder   des   Spessart   stand   dann endlich    das    Jahrestreffen    an.    Mittwoch    20. Mai   2009   um   9.00   Uhr   sammelten   wir   uns   bei Max   Bahr   inHennef.   Zu   dieser   Uhrzeit   ist   der große   Parkplatz   noch   fast   leer   und   man   kann in    Ruhe    in    der    Bäckerei    Gilgen    noch    ein Brötchen und eine Tasse Kaffee genießen
In   der   frühen   Morgenstunde   machten   wir   uns   zu   Hause   zur   Abfahrt   fertig,   die   Royal   Star   und   Triumph   gepackt   und bereit   für   die   große   Fahrt.   Der   Tag   wird   schön   werden,   die   frische   Morgenluft   tat   gut   und   unter   klarem   blauen Himmel   rollten   unsere   Räder   zum   Sammelpunkt.   Wir   waren   nicht   die   ersten:   Chris,   Babs,   Kandy   und   Gilla   waren schon   da,   und   Babs   Sohnemann   Daniel   fuhr   mit   Chris   als   Sozia.   Die   Ersten   hatten   es   sich   schon   bei   Gilgen gemütlich gemacht
Wir   setzten   uns   zu   ihnen   und   warteten,   bis   die   anderen   so   nach   einander   auf   den   Parkplatz   eintrafen.   Beim Erscheinen   von   unserem   Willi   gab   es   jedoch   eine   große   Überraschung,   W.W.   war   in   Begleitung   gekommen   mit einer   neu   erworbenen   Schönheit.   Nein   nein,   kein   Supermodel   wie   eine   Claudia   Schiffer   oder   Naomi   Campbell, aber   eine   Diva   aus   Eisen   und   Stahl.   In   einem   Kleid   von   tiefem   Grün   und   cremig   Weiß.   Das   Herz   aus   glänzendem Chrom   mit   Kühlrippen,   schwarz   wie   die   Nacht,   gesohlt   mit   funkelende   Speichenräder.   Ein   bequemer   Solositz   und große   Tourkoffer   rundeten   dass   Erscheinungsbild   der   Lady   ab.   Wir   waren   alle   von   Willis   neuester   Eroberung verblüfft.
Doch   später   fiel   mir   ein,   dass   ich   dieses   Sonderexemplar   schon   mal   irgendwo   gesehen   hatte   und   zwar   vor   langer   Zeit auf   dem   Jahrestreffen   in   Bremen.   Nun   war   Willi   also   der   glückliche   Besitzer.   Als   zuletzt   Karin   eintraf,   gab   sie bescheid,   dass   Heriberts   Maschine   nicht   angesprungen   war   und   er   uns   mit   Auto   in   Halberstadt   treffen   würde.   Die Berlinreiter   waren   komplett   und   es   konnte   losgehen.   Die   grobe   Hauptrichtung   war   Kassel.   Über   die   B8   verließen   wir Hennef   und   es   ging   zuerst   durch   den   Westerwald.   Die   Motoren   der   Königlichen   Sternenkreuzer   sangen   ihren   tiefen Melodien   und   über   den   grauen   Asphaltschnur   der   B253   erreichten   wir   später   Dillenburg.   Es   war   nach   Elf   und   eine kurze   Pause   war   angesagt.   Stippvisite   beim   „Meckes“   passte   dadurch   gut   ins   Programm   und   er   lag   direkt   an   der B253. Bald war der Parkplatz mit unseren Maschinen besetzt.
Einmal   Kaffee   tanken   und ne     kleine     Stärkung,     um danach        wieder        Berlin entgegen   in   den   Sattel   zu steigen.   So   etwa   13.00   Uhr waren    wir    unterwegs    auf der    L    3084    bei    Waldeck und    nährten    uns    der    T- Kreuzung   auf   der   B251,   wo wir      rechts      ab      biegen sollten.    Bis    dahin    war    mit dem       Absperren,       damit unsere   Gruppe   zusammen blieb,    alles    gut    gegangen, doch      hier      schlug      das Schicksal     zu.     Ein     Lkw- Fahrer,   welcher   keine   Lust hatte       anzuhalten,       fuhr weiter   und   stieß   mit   Babs zusammen,   die   gerade   an der   Kreuzung   auffuhr.   Zum Glück    blieb    sie    unverletzt und   ihr   Motorrad   trug   keine all    zu    schweren    Schäden davon.
Aber   wir   waren   alle   schwer   erschrocken   und   mitgenommen.   Wenn   man   die Bilder    sieht,    hätte    alles    viel    schlimmer    sein    können.    Die    Polizei    wurde informiert   und   wir   sicherten   die   Unfallstelle   so   gut   es   ging.   Die   Beamten trafen    ein    und    machten    sich    an    die    Arbeit.    Nach    der    Unfallaufnahme konnten   wir   dann   unsere   Reise   fortsetzen.   Mit   dem   Schrecken   noch   in   den Knochen     fuhren     wir     weiter     Richtung     Bad     Arolsen.     Ein     verpasstes Mittagsessen   nachzuholen   und   eine   längere   Pause   wäre   wünschenswert. In   Wetterburg   fanden   wir   das   Lokal:   Saustall.   Der   Name   passte,   so   hielten wir   an   und   ließen   es   uns   „sau   gut“   gehen.   Das   leckere   Essen   und   der längere   Aufenthalt   gab   uns   Kraft   für   den   letzten   Teil   unserer   ersten   Etappe nach Berlin.
Als   wir   den   Saustall   verließen,   verirrte   sich   unser   Koblenzer   Schängelchen und   stieg   statt   auf   sein   eisernes   Pferdchen   auf   einen   grünen   Gaul   der trägeren   Gangart.   Wahrscheinlich   zu   viel   Apfelschorle   getrunken….   Jetzt hieß   es   Gas   geben,   die   Uhrzeit   war   schon   halb   fünf   als   wir   endlich   wieder unterwegs waren
Wir durchquerten der Harz und bei Hasselfelde gelangten wir auf die B 81, welche sehr gut ausgebaut ist und uns eine flottere Geschwindigkeit erlaubte. Auf den Rastplatz Regenstein machten wir eine letzte Pause im Schatten der Wälder und den Brocken im Rücken. Als die Zeiger der Uhr fast 19.30 Uhr anzeigten, ging es im Endspurt nach Halberstadt, wo Heribert mit Auto am Stadtrand auf uns wartete und uns zum Hotel begleitete.
Der    erste    Teil    unserer    Berlinfahrt war         geschafft,         die         Hotel- Formalitäten      erfüllt      und      schon konnte     man     das     erste     Bierchen genießen.     Einige     ließen     es     sich nicht    nehmen,    ihre    Maschinen    vor das      Zimmerfenster      zu      stellen. Abendessen   gab   es   im   Restaurant direkt     an     der     alten     Fabrik.     Wir genossen   noch   einen   Abendtrunk   im Biergarten,     um     uns     danach     im Traumland   zu   verirren.   Es   war   ein langer   Tag   gewesen   die   Nachtruhe würde allen gut tun.
Der   nächste   Morgen   schaute   nicht   so   gut   aus.   Es   war Regen   angesagt.   Ein   leichtes   Frühstuck   und   dann   ab die   Post.   Wir   formierten   unsere   Kolonne   am   Hotel.   Statt Kurs    auf    Potsdam    zu    nehmen,    wurde    Magdeburg angepeilt.   Hier   studierte   damals   Ullis   Sohn,   er   wollte mal    vorbeischauen,    um    Tag    zu    sagen.    Eine    kurze Weile      später      waren      wir      unterwegs      durch      die Magdeburger    Borde,    über    sanfte    Hügel,    vorbei    an Gemüsefeldern und Wiesen. Noch war es trocken…
Wir   erreichten   die   Stadt   und   Ulli   lotste   uns   zum   Ziel. Während      diesem      kurzen      Vater-      Sohn      Treffen, verdunkelte     der     Himmel     sich     und     Petrus     öffnete langsam   der   Wasserhahn.   Wir   nutzten   die   Pause,   um unsere    Regenklamotten    anzuziehen.    Bald    waren    wir wieder    unterwegs    zum    Endziel    Potsdam.    Unterwegs sahen   wir   an   diesem   Vatertag   öfters   kleine   Gruppen von   Männern,   die   mit   Bollerwagen   und   dem   nötigen Vorrat    an    Leicht-    und    Hochprozentigen    ihr    Bestes gaben,    um    diesem    Tag    alle    Ehre    zu    tun.    Am    Ende werden   einige   davon   vielleicht   nicht   mehr   wissen,   ob sie     noch     Männlein     oder     Weiblein     sind.     Um     die Mittagszeit   hielten   wir   in   einem   alten   Dorflokal   an   und genossen    die    dortige    Küche.    Der    Regen    hatte    sich mehr   oder   weniger   in   Grenzen   gehalten.   Mittagspause vorbei,   trotzten   wir   wieder   die   Elementen   und   Potsdam lag in Reichweite.
Dann   passierte   aber   Etwas,   womit   keiner   gerechnet   hatte.   Stellt   euch   mal   vor:   800   Meter   vor   Ziel   steht   plötzlich   ein Polizist   auf   der   Kreuzung   und   erzählt   uns,   dass   man   nicht   weiter   fahren   kann,   weil   durch   die   örtliche   Feuerwehr Baumfällarbeiten   durchgeführt   wurden..   Eine   direkte   Umleitung   ist   nicht   vorgesehen:   „aber   fahrt   hier   mal   nach rechts   und   am   zweiten   Kreisel   rüber   nach   links“,   so   ist   die   Anweisung   von   unserem   Freund   und   Helfer.   Als   brave Verkehrsteilnehmer   hören   wir   natürlich   auf   den   Diener   vom   Vater   Staat.   Nur   etwas   stimmte   doch   nicht   so   richtig   - glaube   ich.   Ich   konnte   mich   nicht   mehr   auf   mein   Navi   verlassen,   weil   es   immer   wieder   zur   alten   Strecke   zurück wollte.   Wir   entfernten   uns   immer   weiter   von   Seminaris   Hotel   weg,   teilweise   entlang   eines   Sees.   Um   wieder   zurück zu   kehren,   versuchte   ich   es,   nachdem   ich   ein   Autobahnschild   mit   Potsdam   gesehen   hatte,   über   die   Autobahn. Inzwischen   hatte   es   aber   angefangen   zu   gießen,   mit   solcher   Gewalt,   die   ich   selten   hier   erlebt   habe   –   außer   meiner Zeit   in   Afrika   (gibt’s   wohl   sonst   nur   in   Belgien   –   Anm.   Uta).   Wir   fuhren   wieder   auf   die   Autobahn   Richtung   Potsdam aber   der   Regen   und   die   Gicht   der   vorbeifahrenden   Autos   war   so   stark,   dass   man   kaum   noch   etwas   sehen   konnte. Also   wieder   runter   auf   die   Landstraße.   Diesmal   schickte   mein   Navi   uns   durch   einen   Wald   und   die   Anzeige   von Straßen,   waren   hier,   keine   normale   Straßen,   sondern   breite   Sandwege   im   Walde,   die   jetzt   durch   denn   heftige Regen   in   Matsche   verwandelt   waren.   Also   rechtsum   kehrt,   und   aus   dem   Wald   raus.   Irgendwie   gelang   es   uns   dann doch,   wieder   in   die   zivilisierte   Welt   zurück   zukehren.   Wir   kamen   letztendlich   in   der   Stadt   heraus   und   gelangten dann   doch   noch   rechtzeitig   zum   Hotel.   So   kann   es   passieren!   Wisst   Ihr   wie   oft   ich   diese   Geschichte   noch   hören musste …. (naja, das Navi hat er immer noch, dann haben wir sicher noch öfters Späßchen – Anm. Uta)
Das Empfangskomitee alias Achim und sein Gefolge, verstärkt mit Silvia und Ralf aus Karlsruhe, der Klaus, Willis Gattin Claudia und Ullis Gattin Resi, wartete schon am Hoteleingang auf uns. Wir hatten nunmehr 17.00 Uhr und um 19.00 Uhr startete eine Bootsfahrt über die Seen rund um Potsdam und Brandenburg. Ein Highlight - organisiert vom Berliner Stammtisch. Das heißt: Im Eiltempo Anmelden im Hotel, bei der Organisation und Zimmer beziehen. Weil das Seehotel (wie der Name sagt)am Templinersee liegt, hat es auch ein eigener Bootssteg. Um 19.00 Uhr bildete sich hier eine lange Schlange von Royalisten, die da darauf warteten, einzuschiffen.
Aus   Richtung   der   Templiner   Brücke   kam   ein   weißer Kahn   auf   uns   zu   gefahren   und   legte   langsam   an.   Ich hoffte,   dass   wir   alle   einen   Platz   finden   würden,   weil es   auf   dem   ersten   Blick   nicht   so   groß   aussah.   Doch das   Unterdeck   und   Oberdeck   boten   genügend   Platz für   uns.   Sobald   alle   an   Bord   waren,   hieß   es   „Leinen Los“!     und     unser     Ausflugsdampfer     nahm     unter leichter    Vibrationen    Fahrt    auf.    Das    Ufer    entfernte sich   und   unser   Kapitän   startete   eine   wunderschöne Schiffstour   über   die   Potsdamer   und   Brandenburger Seen
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