BERLIN 2009
Nachdem   wir   einige   Zeit   unten   verweilt   hatten,   zog   es   uns   aufs   Aussichtsdeck.   Wir   fuhren   vorbei   an   Schlössern und   Herrensitzen,   Villen   die   einst   von   den   Alliierten   Besatzungsmächten   genutzt   wurden   und   Persönlichkeiten   wie Churchill     oder     Stalin     zu     Verfügung     standen.     Vorbei     an     modernen     Theatern     oder     Stadtgebäuden     und verschiedenen kleinen Yachthafen.
Für die, welche es ein bisschen abenteuerlich, nach der Art von ein Tom Sawyer oder Huckleberry Finn mögen, kann man die Seen auch mit einem Floß befahren. Einigen davon sind wir begegnet und am Ufer gab es Wildcamper zu sehen, die uns frech den nackten Arsch zeigten. Ja es gibt Vieles zu erleben rundum dieser Gewässer.
Zu   Zeiten   des   DDR   und   des   Kalten   Krieges   wurden   auf   der   Glienicker   Brücke   Agenten   ausgetauscht,   wir   glitten unter   sie   durch   (wie   geht   dass   denn?   Welche   Creme   bitte?   Anm.   Uta),   was   vor   20   Jahren   undenkbar   gewesen wäre.   Am   Ufer   des   Wannsee   konnten   wir   Deutschland   ältestes   und   größtes   Strandbad   sehen.   In   2007   feierte   es sein 100jähriges Jubiläum.
Mittlerweile    ging    die    Sonne    unter    und    bot    uns    einen prächtigen        Sonnenuntergang.    Der    Himmel    verfärbte sich   von   leicht   grau   blau   in   ein   sanftes   rosa   bis   zum purpurrot        als        die        Goldene        Kugel        in        die Landschaftversank.   Es   war   ein   zauberhafter   Anblick.   Die Lichterkette   auf   dem   Oberdeck   sorgte   für   ein   geselliges Ambiente,   während   die   “Havelland“   durch   die   Dunkelheit wieder    aufs    Hotel    zu    glitt.    So    gegen    22.00    Uhr    war dieser   Traumfahrt   zu   Ende   und   für   die,   die   noch   nicht müde    waren,    stand    eine    gemütliche    Runde    in    der Hotelbar nichts im Wege.
Die   Nacht   kam   sanft   (naja,   etwa   100   dzb   –   Anm.   Uta)und   der   Morgen   zu   früh,   aber   der   Freitag   war   nicht   auf   zu halten.   An   diesen   Tag   waren   die   Kölner   Royalisten   auf   verschiedenen   Pfaden   unterwegs.   Angela   G.   die   gute Gattin   unser   Koblenzer   Hans,   hatte   persönlich   ein   Programm   für   die   Damen   unseres   Stammtisches   organisiert (hierüber   später   mehr)   und   einige   von   uns   wollten   tatsächlich   mal   beim   „Alten   Fritz“   auf   Sanssouci   vorbei   schauen. Für   mich   und   den   Rest   unserer   Truppe   stand   das   vorgesehene   Tagesprogramm   auf   der   Karte.   Eine   Fahrt   durch das   flämische   Land   (das   klang   für   mich   persönlich,   sehr   nach   meiner   alten   Heimat…)   ein   Besuch   in   einer   alten Schnapsbrennerei   und   zum   Mittagsessen   in   einem   historischen   Gasthof.   Danach   ging   die   Fahrt   wieder   gemütlich durchs   Brandenburger   Land   in   das   Hotel   zurück.   Kurz   vor   neun   Uhr   morgens   holten   wir   die   Maschinen   aus   der Tiefgarage   und   trafen   uns   vor   dem   Hotel.   Manno   und   Willi   konnten   es   nicht   lassen,   doch   noch   mal   schnell   den Lappen über ihre Royalen zu bewegen.
Sobald   die   Gruppen   sich   gefunden   hatten,   ging   der Spaß   los.   Der   Berliner   Stammtisch   hatte   sich   etwas einfallen      lassen      und      schickte      die      Gruppen unterschiedlich    auf    einen    Rundkurs        zur    Alten Brennerei.    Dies    hatte    zur    Folge,    dass    wir    uns unterwegs    begegneten    und    mit    königlichem    Gruß aneinander   vorbei   fuhren.   Meine   Gruppe   erreichte als   einer   der   Ersten   diesen   alten   Schnapsladen.   Auf dem    Gelände    war    eine    Getränkebude    aufgestellt und     es     war     für     Sitzgelegenheiten     gesorgt.     So nacheinander          trödelten          die          königlichen Sternengeschwader     ein     und     der     mit     Kopfstein gepflasterte   Parkplatz   füllte   sich.   Für   ein   Bierchen war   ´s   noch   viel   zu   früh   aber   einen   Kaffee   tanken   tat auch   gut.   Achim   und   ich   nahmen   die   Gelegenheit war,   uns   in   diesem   „geistreichen“   Haus   umzusehen und   zu   erfahren,   wie   anno   damals   so   ein   „Kurzer“ den Weg in die Flasche fand.
Nach    dem    etwas    längeren    Aufenthalt    hier, setzten     die     königlichen     Sternenreiter     sich wieder     in     Bewegung     und     es     rollten     die Motoren     weiter     durchs     brandenburgische Land    zur    Springbachmühle    bei    Belzig.    In diesem    idyllischen    Gasthof,    welcher    früher Jahrhunderte   lang   eine   Mühle   gewesen   war, wurde    eine    längere    Mittagspause    eingelegt. Der   Grill   war   schon   an   und   der   Duft   von   frisch aufgelegten Bratwürstchen hing in der Luft.
Jetzt   ratet   mal,   wer   als   Erster   ein   Würstchen   auf   dem Teller   hatte?   Ja,   er   hatte   es   mal   wieder   geschafft.   Zum Glück    blieb    noch    genug    für    die    Anderen    übrig…      Während    Willi    noch    sein    leckeres    Mahl    verspeiste, machte   Ralf   schon   ein   Nickerchen.   Als   jeder   fertig   und auch      das      letzte      Stückchen      Kuchen      in      Magen angekommen   war,   entschlossen   wir   uns,   einen   kleinen Verdauungsspaziergang     zu     machen,     um     uns     das Gelände   mal   näher   anzuschauen.   Im   schattigen   Grün der    Teichanlage,    die    ehemals    zur    Mühle    gehörte, begegneten   wir   einem   Schwanenpärchen.   Zum   Glück hatte    dieses    keinen    Nachwuchs,    denn    die    weißen Schönheiten    können    sehr    aggressiv    und    gefährlich werden.
So   langsam   sackten   wir   ab   zum   Waldparkplatz, wo     wir     noch     eine     Weile     so     manche     Royal begutachteten.   Um   14.30   Uhr   wurde   der   Start   für die   Rückfahrt   gegeben   und   es   ging   wieder   durch die       Wälder       und       Wiesen       des       flachen Brandenburgische    Landes    zurück    zur    unserem Seehotel.
Während   wir   unsere   Maschinen   bewegten,   waren   Chris,   Kandy   und   Karl   zusammen   mit   ihren   Hofdamen   in Potsdam   zu   Fuß   auf   Sightseeing   Tour.   Wo   einst   Friedrich   der   Große   seine   Gäste   empfing,   im   schönen   Schloss Sanssouci,   waren   jetzt   unsere   Royals   unterwegs.   Ich   glaube,   dem   Alten   Fritz   hätte   unser   Clubname   gut   gefallen. Die   Monarchie   hat   zwar   abgedankt   aber   die   Romantik   dieser   Ära   ist   für   Manche   noch   sehr   reizvoll.   Der   prächtige Schlossgarten mit seinen Stufenterrassen und Fontainen ist nur ein Beispiel für diese vergangene Zeit.
Angela    und    ihre    Damengruppe,    begleitet von   den   Abgeordneten   der   Royals,   Peter W.    –    Klaus    S.    –    Hans    G.    hatten    ein Rendezvous   mit   Frau   Merkel   im   Reichstag. Leider    musste    unser    Bundeskanzlerin    im letzten    Moment    absagen.    Dafür    bekam Angela       als       ihre       Stellvertreterin       die Erlaubnis,   der   Parlamentstagung   selbst   vor zu   sitzen…   Das   wäre   schön   gewesen   nicht wahr?    Leider    ist    diese    Vorstellung    mal wieder      meiner      Fantasie      entsprungen (wahrscheinlich     zu     viel     Kaffee…).     Nun, unsere    Damen    erlaubten    sich    nach    dem interessanten   Besuch   auf   diesem   politisch heiligen Boden ein Käffchen im Adlon…
Nun    zurück    zu    unserem    Seehotel,    wo    mittlerweile    alle    wieder angekommen   und   einige   von   uns   fleißig   am   putzen   waren   (nein, nein,   nicht   das   Hotel,   sondern   ihren   Zweirad).   Einige   Mitglieder   der Cologne    Division    entspannte    sich    bei    einem    kühlen    Getränk    im sonnigen Biergarten.
Später, nach dem Abendessen, kämpften wir uns durch den obli- gatorischen administrativen Teil des Abends, bevor mit dem Ver- kauf der Lose für die Tombola begonnen wurde. Nach dem Motto : „Jeder gewinnt“, hatten wir alle am Ende des Abends die eine oder andere Kleinigkeit in der Tasche. Nur für Karl war die Kleinigkeit ein bisschen größer, er musste sich mit einem witzigen Stehaschen- becher herumschlagen. Die Ver- losung brachte eine hübsche Summe zusammen, die am nächsten Tag an die Straßenkin- der von Berlin weiter.
Später,   nach   dem   Abendessen,   kämpften   wir   uns   durch   den   obligatorischen   administrativen   Teil   des   Abends, bevor   mit   dem   Verkauf   der   Lose   für   die   Tombola   begonnen   wurde.   Nach   dem   Motto:   „Jeder   gewinnt“,   hatten   wir alle   am   Ende   des   Abends   die   eine   oder   andere   Kleinigkeit   in   der   Tasche.   Nur   für   Karl   war   die   Kleinigkeit   ein bisschen   größer,   er   musste   sich   mit   einem   witzigen   Stehaschenbecher   herumschlagen.   Die   Verlosung   brachte eine hübsche Summe zusammen, die am nächsten Tag an die Straßenkinder von Berlin weiter.
Als   wir   uns   dann   samstagmorgens   gegen   neun   mit   unseren   Royals   vor   dem   Hotel   zur   große   Ausfahrt   bereit machten,   ahnte   wahrscheinlich   noch   keiner,   was   für   ein   emotionelles   Erlebnis   uns   dieser   Tag   bringen   sollte.   Einer der   absoluten   Höhepunkte   in   der   Geschichte   der   Royal   Stars   Germany.   Nicht   einmal   die   Lustmolche   der   beliebten Milwaukee   Vibratoren   oder   diejenigen,   die   eine   halbe   Bushaltestelle   mit   vermeintlichen   goldenem   Flügel   lenken, können   sich   so   ein   Event   auf   die   Brust   schreiben.   Es   versprach   ein   schöner   Tag   zu   werden.   Die   Morgensonne streichelte   die   Maschinen   und   es   blieb   noch   ein   wenig   Zeit   für   ein   bisschen   Spaß.   Heribert   wird   als   Sozia   beim Koblenz-Hans   mitfahren.   Also   übte   er   schon   mal   einige   Beifahrerpositionen   und   wie   man   dem   gestressten   Fahrer behilflich sein kann.
So     nacheinander     und     in     Gruppenabständen, verließen    die    fünf    Geschwader    das    Seminaris Hotel   mit   dem   Ziel   Olympiastadion   Berlin.   Auf   dem großen    Parkplatz    vor    diesem    für    die    1936er Olympischen     Sommerspielen     fertig     gestellten Sporttempel         versammelten         sich         unsere königlichen   Sternenkreuzer.   Eine   lange   Kolonne aus    blitzendem    Chrom,    bildete    sich    unter    dem Zeichen   der   sechs   Olympischen   Ringe.   Es   war   ein toller   Anblick   und   es   bot   ein   gutes   Fotomotiv.   Alle waren     begeistert     und     freuten     sich     auf     die Demofahrt durch Berlin.
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