Der   Plan   lautete,   am   Brandenburger   Tor   zu   halten   und   dort   die   Checkübergabe   zu machen.    Leider    war    dies    nicht    möglich,    weil    es    gleichzeitig    eine    Feier    zum    50. Geburtstag   des   Deutschen   Grundgesetzes   in   Berlin   gab   und   die   Politische   Elite   hier eigene    Kundgebungen    geplant    hatte.    Also    fand    unsere    „Demo“    an    der    Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche   auf   der   KU-Damm   mitten   in   Berlin   statt.   Ein   wenig   später traf     dann     auch     die     begleitende     Polizeimotorradstaffel     ein.     Zweiundzwanzig Maschinen   und   drei   Begleitfahrzeugen   werden   uns   sicher   über   die   Ringe   zur   Mitte Berlins   bringen.   Der   Start   war   um   elf   Uhr   und   damit   blieb   noch   etwas   Zeit.   Einige unserer   „Freunde   und   Helfer“   schauten   sich   unsere   Kisten   ein   wenig   näher   an.   Zum Glück    fahren    wir    doch    alle    „    ganz    normale    Bikes    ohne    irgendwelche    verrückte Umbauten…“ Es gab keine Bemerkungen und wir fieberten dem Start entgegen.
Pünktlich    wie    vorgesehen,    ging    es    los    und    im    Schutz    unserer    „grünen    Engel“    rollten    unsere    zweirädrigen Straßenkreuzer   über   die   Berliner   Verkehrsadern   ins   Herz   der   Bundeshauptstadt.   Ampelanlagen   waren   für   uns   auf Rot   gestellt,   Straßen   gesperrt,   wir   hatten   absolute   Vorfahrt.   An   diesen   Samstagmorgen   blieben   Berliner   und   Touris stehen,   winkten   uns   zu   und   knipsten   was   das   Zeug   hielt.   Am   Mahnmal   der   Gedächtniskirche   war   dann   erstmal Schluss.
So   gut   wie   es   ging,   parkten   ungefähr   160 Königliche     auf     dem     Platz.     Während unserer   kleinen   “Demo“   wurde   ein   Check von        viertausend        Euro        an        den Straßenkinder        von        Berlin        offiziell übergeben.   Danach   hatte   jeder   für   sich Zeit,   ein   bisschen   die   Stadt   zu   erkunden. Mit            einigen            von            meinen Stammtischbrüdern       und       -schwestern erkundeten   wir   den   Breitscheid   Platz   und seine       interessante       Einkaufspassage, wonach   wir   uns   auf   der   Terrasse   in   einer Eisdiele   niederließen   und   ein   leckeres   Eis genossen.   Für   unser   Schängelchen   aus Koblenz gab es natürlich ein XL Waffel.
Kurz   vor   zwei   Uhr   ging   der   Spaß   dann   weiter   und   die   3-   bis   4-   kilometerlange   Motorradkette   zog   weiter   nach   dem ehemaligen   Militärflugplatz   Gatow,   wo   wir   dem   Luftwaffenmuseum   einen   Besuch   abstatteten.   Noch   immer   in Begleitung    unserer    Schutzengelstaffel    fuhren    wir    über    die    breite    Siegesallee.    In    der    Ferne    konnten    wir    die Siegessäule   sehen,   die   immer   näher   kam   und   größer   wurde,   bis   wir   dann   über   den   Kreisel   an   ihr   vorbei   zogen. Das   gab   ja   ein   richtiges   Gänsehautfeeling.   Solche   Momente   sind   schwer   zu   toppen,   hierbei   nochmals   vielen   Dank an den damaligen berliner Stammtisch, der dies erst möglich gemacht hatte.
Wir    erreichten    Gatow,    und    hier    gab    es    schon    wieder    die    nächste Überraschung:    Statt    auf    dem    normalen    Besucherparkplatz    zu    halten, fuhren   wir   weiter,   vorbei   an   altgedienten   Militärmaschinen   der   Luftwaffen verschiedener   Nationen,   bis   wir   den   großen   Hangar   erreichten,   wo   das Museum   untergebracht   war.   Es   hat   den   Berlinern   sicher   viel   Zeit   und   Mühe gekostet,   hierfür   eine   Genehmigung   zu   bekommen.   Wir   parkten   unsere Maschinen   vor   dem   Museum   und   machten   einen   Zeitsprung   zum   Beginn des zwanzigsten Jahrhundert.
Von den Anfängen der Militärfliegerei in Deutschland mit ihren leichten Kis- ten aus Spanntuch und Holz- bis zur Geburt des Düsenjetzeitalters kann man hier einige dieser alten Kriegsvögel bestaunen. Die Ausstellung zeigte die Fokker DR I, den bekannten Dreidecker, welcher im Ersten Weltkrieg von Piloten wie Manfred von Richthofen geflogen wurde oder der berühmte Jäger „ Me - one O nine“, wie die Me 109 von den Alliierten genannt wurde. Sogar ein seltenes Exemplar der Me 163 Komet, der erste Raketenjäger der Welt, der ebenfalls noch in aktiven Dienst kam.
So   nebenbei   war   auch   ein   Original- Kettenrad        zu        sehen.        Diese Motorräder   mit   Ketten   wurden   oft   auf Flugplätzen      eingesetzt,      um      die Flugzeuge     zu     verschleppen.     Im Außenbereich   standen   noch   solche Schätzchen,        wie        eine        BAC Canberra,   einst   eine   Schönheit   am Himmel.    Der    orange    Farbanstrich lässt        erkennen,        dass        diese Maschine    für    die    Küstenaufklärung geflogen   ist.   Am   anderen   Ende   der Rollbahn   findet   mein   Auge   noch   eine Nordatlas.        Diese        französische Transportmaschine   war   in   der   neuen Bundesluftwaffe      im      Dienst      und wurde   abgelöst   von   der   heute   noch fliegende   Trans   All.   Ach   Flugzeuge …   meine   zweite   Liebe   (wer   ist   denn die   Erste?   Das   Moped?   Bin   sauer! Anm.   Uta),   ich   könnte   noch   Stunden hierüber Geschichten erzählen.
Während   die   einen   sich   mit   der   Luftfahrtgeschichte   beschäftigten,   genossen   die   anderen   das   schöne   Wetter   im Außenbereich.   Unsere   Polizei-Eskorte   hatte   sich   schon   kurz   nach   unserem   Eintreffen   auf   dem   Flugplatz   wieder   auf dem   Heimweg   gemacht   und   so   war   es   uns   überlassen   wieder   sicher   ins   Hotel   zu   fahren.   Am   späten   Nachmittag trafen   alle   wieder   im   Seehotel   ein   und   wir   Kölner   verweilten   noch   im   schönen   Biergarten   des   Hotels   direkt   am   See, bevor das Abendprogramm begann.
Der   Tag   war   schön   gewesen   mit   unvergesslichen   Eindrücken   und   der   Abend   bescherte   den   Mitgliedern   von Cologne   Division   auch   noch   ein   Grund   zum   Feiern.   Manno`s   und   Willi´s   Maschinen   hatten   bei   der   Preisverleihung für   die   schönste   Royal   Star   den   ersten   und   dritten   Platz   weg   geschnappt.   Chris,   unser   damaliger   Präsi,   hatte diesen   Abend   auch   noch   eine   Überraschung   parat.   Er   stellte   drei   klasse   selbst   gemalte   Ölgemälde   mit   Royal   Star- Motiven   vor.   Diese   wurden   von   keinem   anderen   als   „   Gichtl“   zum   Versteigerung   angeboten.   Die   Thuringia   Riders hatten sich bereit erklärt, das nächste Jahrestreffen auszurichten und luden alle für 2010 nach Suhl ein.
So ging der Abend langsam zu Ende und eines der schönsten Jahrestreffen war vorbei. Doch für meine Uta und mich ging es noch nicht nach Hause. Eine kleine Gruppe der kölschen Division ging auf Entdeckungsfahrt in den deutsche Amazonas. Am frühen Morgen wurde Abschied genommen von denjenigen,die heimwärts fuhren und etwas später starteten wir unsere Expedition in den Spreewald…
Bis bald mit einem Erlebnisbericht aus einem naturprächtigen Stückchen Deutschland (siehe Reisebericht SPREEWALD 2009) Euer kölscher Belgier PAT
BERLIN 2009