FRANKFURT 2007
11.Jahrestreffen 2007 in Sulzbach bei Frankfurt Reisebericht mit „Gänsehaut“ und „Dauergrinsen“.
Die Vorgeschichte zum 11. Jahrestreffen aus Sicht eines "Rookies" Angefangen   hat   eigentlich   alles   1975.   Ich   war   gerade   mal   16   Jahre   alt,   eine   Clique   Jugendlicher   mit   Mopeds.   Jetzt   begann   die Fazination   für   Zweiräder.   Damals   kurvten   noch   Mopeds   der   Marken   KREIDLER,   HERCULES   oder   HONDA   DAX   um   einen herum.   Dann   kam   die   Lehre,   die   Bundeswehr,   Familiengründung   usw.   Der   Führerschein   der   Klasse   1   wurde   immer   wieder verschoben. Aber die Fazination blieb. Vor   8   Jahren   fasste   ich   endlich   den   Entschluß.   Private   Probleme   hatte   ich   gerade   hinter   mir   und   ich   brauchte   ein   günstiges Fahrzeug, um zur Arbeit zu gelangen. Mein   erstes   Motorrad   wurde   gekauft,   eine   "125er   SUZUKI   Marauder",   ein   kleiner,   aber   feiner   Chopper.   Sehr   zuverlässig   brachte mich   die   Maschine   von   A   nach   B.   So   konnte   ich   5   Jahre   auf   einem   kleinen   Motorrad   fahren   üben   und   eine   gewisse   Sicherheit erlangen. Vor   3   Jahren   kribbelte   es   dann   in   den   Fingerspitzen.   Es   war   nämlich   nicht   so   aufregend,   sich   mit   Tempo   100   auf   der   Autobahn von   LKW's   schieben   zu   lassen,   'ne   125er   ist   ja   auch   nichts   für   die   Autobahn.   Mein   damaliger   Kollege   war   nebenbei   auch   noch Fahrlehrer, so konnte ich sehr günstig meinen Führerschein für ein anständiges Motorrad machen. Da   ich   nun   mal   nicht   der   RENNSEMMEL-Fahrer   bin   und   mich   auch   nicht   für   eine   ENDURO-Tour   durch   die   Wüste   begeistern kann,   entschloß   ich   mich   dazu,   wieder   einen   Cruiser/Chopper-Verschnitt   zu   kaufen.   Die   Wahl   fiel   auf   eine   "YAMAHA   XVS650 Dragstar".   Und   wieder   hatte   ich   Glück.   Sechs   Jahre   alt,   aber   nur   7000km   gelaufen.   Tiefer   Schwerpunkt,   dicke   Reifen   und   viel Chrom,   ja   Chrom.   Die   Anstrengung,   die   Hausfrauen   gerne   in   den   Hausputz   investieren,   stecken   Männer   ins   Polieren   von Chromteilen   am   Motorrad.   Und   das   mit   wachsender   Begeisterung. Also   wurde   das   Moped   noch   verschönert.   Im   Zubehörhandel gibt   es   endlos   viele   Chromteile.   So   genoß   ich   es   jetzt,   mit   einem   schönen   verchromten   Cruiser   durch   die   Lande   zu   fahren. Rucksack gepackt und auf geht's. Der Kopf ist frei, die Landschaft genießen, nette Leute kennenlernen. Das ist Motorradfahren. Meine   Lebensgefährtin,   die   in   ihrem   Leben   außer   Fahrrad   noch   nie   Zweirad   gefahren   ist,   bekam   auf   einmal   leuchtende   Augen. Heimlich   ins   Internet   und   fündig   geworden.   Dort   erstand   ich   eine   gut   gebrauchte   "YAMAHA   XV125   Virago"   für   meine   Maus, stellte diese vor die Haustür und sagte: "So, jetzt MUSST du fahren." Inzwischen   fährt   sie   eine   gute   Linie,   anders   gesagt,   sie   hat   die   Karre   im   Griff.   Jetzt   will   sie   sogar   den   Motorradführerschein machen. Vorigen   Monat   fuhr   ich   in   Düsseldorf   mal   wieder   auf   einen   Kaffee   beim   Händler   meines   Vertrauens   vorbei   und   dort   passierte es...ich   sah   sie.   Diese   Rundungen,   diese   Formen,   diese   Anmut,   diese   Ausstrahlung.   Nein,   ich   rede   jetzt   nicht   von   meiner Lebensgefährtin.   Ich   rede   von   meinem   neuen   Motorrad.   Eine   ROYALSTAR.   Eine YAMAHA.   Eine   1300ter.   Sie   hieß   nicht   umsonst so.   Dem   Verkäufer   sagte   ich,   häng   mal   ein   "Reserviert-Schild"   dran,   ich   muß   noch   mal   drüber   schlafen.   Der   Verkäufer   lächelte nur, durchschaut hat er mich. Er wußte genau, ich komme wieder. Meine   Lebensgefährtin   bemerkte   am   Wochenende   eine   gewisse   Unruhe   bei   mir,   alle   halbe   Stunde   saß   ich   vor'm   Internet,   suchte Fahrberichte   raus,   durchstöberte   die   Foren   und   laß   die   Liebesbriefe   der   erfahrenen   Royalstar-Fahrer.   Manche   von   ihnen nannten   sich   STARBIKER,   andere   DICKSCHIFFKAPITÄNE.   Es   dauerte   gar   nicht   lange   und   der   Entschluß   stand   fest.   Am Montagmorgen   konnte   ich   gar   nicht   schnell   genug   zu   meinem   Händler   kommen.   Der   Verkäufer   lächelte   nur   und   fragte   mich,   ob ich   eine   Probefahrt   machen   wolle.   Wollte   ich.   Auf   einmal   war   ich   Herrscher   über   1300   Kubikzentimeter   Hubraum,   340kg   Blech und Chrom und 74PS. Booaah....und der Sound. Ja   und   jetzt?   Jetzt   bin   ich   ein   Dickschiffkapitän!   Ein   Starbiker!   Ein   Royalist!   Und   ein   stolzer   Besitzer   einer Yamaha   Royalstar Tour Classic   (US-Modell).   Ich   verspreche   Euch,   ihr   seid   die   Ersten,   die   von   mir   einen   Fahr-   und   Reisebericht   zu   lesen   bekommen, vielleicht auch mit einer schönen Fotostrecke. Ich   habe   gehört,   der   ROYAL   STAR   GERMANY-Club   veranstaltet   ein   Jahrestreffen   in   Frankfurt.   Ich   glaube,   da   melde   ich   mich mal an. Chris Wölki, im Januar 2007
Ein   Reisebericht   mit  „Gänsehaut“  und  „Dauergrinsen“. Nachdem   ich   mich,   wie   im   Vorbericht   beschrieben,   an   mein   neues   Motorrad   gewöhnt   habe,   wurde   jetzt   das   erste   große Motorrad-Treffen ins Auge gefaßt. Das Jahrestreffen der ROYALSTARS in Sulzbach bei Frankfurt am Main. Also,   18.5.   Freitagmorgen   9   Uhr.   Moped   vollgetankt,   Luftdruck   ok,   Gepäck   verzurrt   und   die   Lebensgefährtin   sitzt   schon   hinten drauf.   Wir   sind   einer   Meinung, Autobahn   ist   langweilig.   Wir   fahren   ab   Düsseldorf   über   Köln,   Bonn   an   den   Rhein,   dort   weiter   auf der B42 über Linz am Rhein, Loreley, Rüdesheim und Eltville am Rhein. Eine wunderschöne Strecke. Gegen   13   Uhr   kommen   wir   am   Dorint-Hotel   in   Sulzbach   an.   Der   Parkplatz   ist   gesperrt.   Nein   ,   nicht   gesperrt,   sondern   reserviert für   circa   150   Yamaha   ROYALSTARS.   Wir   bewundern   die   ersten   geilen   Motorräder.   Im   Hotel   findet   durch   ein   Empfangskomitee eine nette Begrüßung statt. Und schon die ersten netten Biker kennengelernt.
Samstagmorgen,    9    Uhr.    Die    große    Samstagsausfahrt    steht bevor.   Zum   großen   Feldberg   im   Taunus   soll   es   gehen.   Der Wetterbericht     lässt     zu     wünschen     übrig     und     die     ersten Regenkombi    werden    rausgeholt,    da    müssen    wir    durch.   Auf Grund   der   Anzahl   der   Mitfahrer   werden   5   Gruppen   a   25   Bikes mit   15min   Abstand   gestartet.   Wir   fahren   eine   herrliche   Strecke mit   vielen   Kurven   durch   Wälder   auf   den   Feldberg.   Dort   ist   ein extra    Parkplatz    für    uns    geöffnet.    Das    Mittagessen    ist    gut, riesengroße Schnitzel für riesengroße Biker.
Nach   dem   Essen   sollte   es   nach   Frankfurt   am   Main   auf   den Römer     gehen.     Aber     auf     einmal     wimmelte     es     auf     dem Feldbergplateau    von    Polizei.    Was    war    jetzt    los?    Ein    Biker meinte,    soviel    Mängelkarten    ,    wie    die    für    unsere    Mopeds brauchen,    haben    die    gar    nicht    mit.    Großes    Gelächter.   Aber dann   nette   Begrüßung   und   wir   erfuhren,   das   wir   jetzt   in   einer geschlossenen   Kolonne   von   120   Bikes   mit   Polizeieskorte   nach Frankfurt geleitet werden.
Alles   aufsitzen.   Motor   anlassen   und   auf   ging’s.   Die   Polizei   (   6   Motorräder   und   2   Polizeiwagen),   sowie   circa   6   Biker   von   der FRANKFURT   DIVISION   sperrten   professionell   sämtliche   Kreuzungen   ab.   Ein   Band   von   eineinhalb   Kilometern   Chrom   und   Blech zog   sich   durch   die   Dörfer. Am   Straßenrand   grüßten   die   Passanten,   die   Kinder   winkten   aufgeregt.   Dann   Sperrung   der   Frankfurter Stadtautobahn.   In   Frankfurts   Innenstadt   angekommen   ging’s   mit   einer   Show-Fahrt   über   zwei   Mainbrücken,   danach   auf   den Römer zum Aufstellen. Touristen und Passanten staunten. Der ganze Römerplatz voll Chrom. Ein Bike schöner wie das Andere.
Mit   einer Tombola   am   Vorabend   haben   wir   für   einen   guten   Zweck   gesammelt.   Manfred   Geissel,   überreichte   vor   Journalisten   einen Scheck an den „Weissen Ring“. Danach   die   nächste   Überraschung.   Die   Polizei   hatte   so   einen   Spaß   an   der   Begleitung   unserer   Royalstars,   so   dass   sie   sich spontan   entschloß,   uns   wieder   nach   Sulzbach   zum   Hotel   zu   begleiten.   Gegen   17   Uhr   sollte   es   losgehen.   Alles   Aufsitzen,   Motor an.   Dann   hob   der   Chef   vorne   den   Arm   und   gab   im   Stand   Vollgas,   der   Arm   senkte   sich   und   125   Royalstars   gaben   ebenfalls Vollgas.   Gänsehaus   pur   (2   cm   hoch).   Sogar   die A66   wurde   für   uns   gesperrt.   Vier   Spuren Autobahn   für   uns   alleine.   Das   erzeugte Dauergrinsen bei uns im Gesicht.
Abends   im   Hotel   beim   gemütlichen   Zusammensein   gab   es   dann   „Standing   Ovations“   für   die   Organisatoren.   Welch   ein   Erlebnis. Der Präsident Kay Schilling bedankte sich im Namen aller Royalisten für das besondere Ereignis.
Dieses   Wochenende   wird   unvergesslich   bleiben.   Mein   erstes   Jahrestreffen   der   ROYAL   STARS   GERMANY.   Meine   Frau   und   ich sind   herzlich   empfangen   worden,   wir   haben   den   Kölner   Stammtisch,   die   COLOGNE   DIVISION   kennengelernt   und   sind   auch   dort herzlich   aufgenommen   worden.   Inzwischen   sind   echte   Freundschaften   daraus   geworden.   Wir   haben   schon   viele   tolle   Touren gemeinsam unternommen und dadurch auch das "schöne Deutschland" ein bisschen besser kennengelernt. Fazit: Es war die richtige Entscheidung, sich eine "ROYAL STAR" zu kaufen ! Euer Webmaster Chris