Fortsetzung SEIFFEN 2003
Einer   nach   dem   anderen   verließen   die   RoyalStar-Gruppen            den         Parkplatz   und   schon   waren   auch   wir   unterwegs. Über    die    Silberstraße    durchs    Erzgebirge    zu    einem    der    größten    Marktplätze    Deutschlands.    Wir    erreichten Marienberg   und   alle   Gruppen   versammelten    sich    auf    dem    Marktplatz.    Während    unserem    Halt    hier,    hatte    man   Gelegenheit,    sich    das   Städtchen   anzuschauen,   aber   es   war   auch   eine   Chance,      mal   in   Ruhe   alle   Maschinen   zu begutachten. Einige waren auch erst am diesen Morgen  angekommen. Es waren schon klasse Bikes dabei, wovon ein Paar doch aus unseren eigenen Reihen kamen. Als es Zeit wurde, um diese alte Bergmannsstadt zu verlassen, hatten sich  am Himmel dunkle Wolken breit gemacht und es war nur noch eine Frage der Zeit, wann wir mit Regen ge- segnet würden. Die Chromritter setzten sich wieder in Bewegung und der nächste Haltepunkt auf unserer Reise durch  diese   wundervolle   Landschaft   war   das   MZ   Motorrad–   und   Zweiradwerk   GmbH   in   Zschopau.   Die   Gruppen   werden einer   nach   der   anderen   eintreffen   und   jede   Gruppe   erhielt   eine   Einzelführung   durch   das   Werk.   Anschließend konnte   man   eine   Kleinigkeit   essen   und   ne   Tasse   Kaffee   trinken   in   der   altehrwürdigen   MZ–Kantine.   Für   meine   Uta wurde   dies   eine   Begegnung   mit   der   Vergangenheit.   Sie   hatte   nämlich   als   junges   sächsisches   Mädsche   ihre   Lehre als    Dreher    im    MZ-Werk    gemacht.    Als    wir    endlich    auf    dem    Parkplatz    des    MZ-Werkes    eintrafen,    hatte    es angefangen   zu   regnen.   Also   schnell   zum   Empfangsgebäude,   wo   ein   MZ-Mitarbeiter   auf   uns   wartete   und   uns   auf den letzten Stand in Sachen MZ Motorräder brachte.   Nach   dem   Mauerfall   hatte   sich   bei   MZ   einiges   getan,   man fand neue Investoren und das Werk wurde modernisiert. Die Modelpallette reichte von 50cc Leicht-Moped bis zum 1000 cc twin, der damals gerade fertig wurde. Man sah hinaus in eine gute Zukunft. Heute wissen wir, dass alles dann doch nicht so gelaufen ist, wie die Jungs von MZ gewollt hatten. Schade eigentlich, weil mit MZ wieder ein Teil Deutscher Motorradgeschichte verschwand.  Während unseres Besuches durchliefen wir die heiligen Hallen des Motorrad-Werkes und sahen, wie die Bikes zusammen gebaut wurden. In einer der Hallen, wo noch alte Dreh- und Fräsmaschinen standen, erkannte Uta sogar noch die alten Werkzeugkisten und Geräte, wo sie damals noch mit gelernt hatte. Nach ungefähr anderthalb Stunden war der Rundgang zu Ende und  wir konnten eine Pause in der Kantine einlegen. Bei Kaffee und Kuchen oder einem   traditionellen   Bock-Würstchen   überlegten   wir   uns,   ob   wir   mit   Regenklamotten   oder   ohne   weiterfahren sollten.   Das   Dritte   und   letztes   Ziel   unserer   Ausfahrt   war   das   berühmte   Schloss   Augustusburg.   Hier   wird   jedes   Jahr auch   ein   Wintertreffen   für   Motorradfahrer   organisiert.   Es   ist   eigentlich   nicht   so   bekannt   wie   das   Wintertreffen   am Nürburgring,   aber   hat   trotzdem   seine   Fangemeinde,   die   dann   meistens   auf   alten   Ostbikes   dahin   gelangten.   Im Schloss   selbst   gibt   es   ein   kleines   aber   feines   Motorrad-Museum   mit   Exponaten   von   verschiedenen   alten   Marken aus   dem   Osten,   aber   auch   eine   alte,   schöne   Indian   gibt   es   zu    bewundern.    Uta   und   ich   entschlossen   uns,   unsere Vollkörperkondome    anzuziehen    und    dem    Regen    keine    Chance    zu    geben,    uns    diese    schöne    Rundfahrt    zu vermiesen. Vom MZ-Werk aus ging   es   dann   wieder   durch   die   Landschaft   zum   Schloss   Augustusburg.   Die    Jungs    aus    dem    Osten   hatten   es   sogar   geschafft,      dass   wir   mit   unseren   Maschinen   auf   dem   Schlosshof   parken durften.      Als   die   ganzen   Gruppen   dann   beim   Schloss   ankamen,   gab   es   aber   Stau.   Wir   mussten   den   steilen Schloßweg hochfahren über altes Steinpflaster, dazu kam noch, dass es nass und rutschig war durch den Regen. Oben   angekommen   musste   man   dann   noch   durch   ein   schmales   Tor   fahren.   Es    gelang    aber    allen    doch    fast    ohne    Probleme    auf    dem    Schlosshof    zu    fahren.    Nun    ratet,    was    uns    da    begrüßte?         Ein    paar   kräftige   Kamele   !!!!      Warum   diese   hier   anwesend   waren,   weiß   ich   nicht   genau   mehr.   Hatte   wahrscheinlich mit   der   einen   oder   anderen   Ausstellung   auf   dem   Schloss   zu   tun.   Nach   einer   längeren   Pause   wurde   dann   das Gruppenfoto   aufgenommen.   Also   verteilten   wir   uns   Royalisten   übers   Schloßgelände   und   einige   von   uns   starteten einen    Erkundungsrundgang,    während    Andere    es    sich    im    Schloßcafe    gemütlich    machten.        Uta    und    ich schnupperten   ein   bisschen   Kultur   und   besichtigten   die   alte   Schlosskirche.   Als   wir   danach   den   Schlossgarten anschauen    wollten    und    zum    anderen    Ende    des    Schloßgeländes    spazierten,    kamen    uns    eigenartige    Klänge entgegen.   Das   hörte   sich   nach   Country   und   Western   Music   an.      Tatsachlich,   im   Schlossgarten   hatte   man   ein großes   Zelt   aufgebaut   und   hier   fand   ein   echtes   Squaredance   Festival   statt.   Hier   tanzten   die   Cowboys   und   ihre Girls   in   farbenprächtigen   Kostümen   um   die   Wette.   Es   war   ein   Genuss   hier   zu   zuschauen.   Wir   müssten   aber wieder    zurück    zum    Schlossplatz,    es    wurde    Zeit,    sich    aufzustellen    fürs    Foto    und    danach    würden    wir    unter Polizeibegleitung   zurück   nach   Seiffen   fahren.      Wir   stellten   uns   alle   auf   dem   Schlossplatz   zusammen   und   von   einer der    oberen    Etagen    des    Schloßgemäuers    wurde    dass    Foto    geschossen.        Inzwischen    war    auch    die    Polizei angekommen.   Zwei   Motorrad-Polizisten   (auf   MZ)   und   ein   Streifenwagen   werden   uns   eine   freie   Fahrt   zurück   nach Seiffen    gewähren.    Wir    brachen    auf    und    eine    Kolonne    von    120    königlichen    Sternenreitern    verliessen    unter mächtigem   Gedonner   das   schöne   Schloss.      Die   Polizisten   waren   wirklich   gut   drauf   und   die   Kradfahrer   ernten unsere   Bewunderung.   Auf   ihren   leichten   MZ-Maschinen   flogen   sie   von   einer   Kreuzung   zur   anderen   und   unsere Kolonne   kam   mit   flottem   Tempo   voran.      Eine   schöne   Ausfahrt   ging   zu   Ende,   aber   der   Tag   war   noch   nicht   vorbei.     Die   Sonne   hatte   sich   mittlerweile   zurück   gemeldet   und   es   wurde   ein   warme   Abend.   Wieder   angekommen   am „Haus   des   Gastes“      wurde   noch   mal   angestoßen   auf   die   schöne   Ausfahrt   und   die   Polizei   wurde   sehr   gelobt   für ihren   Einsatz.   Danach   ging   es   aber   wieder   schnell   ins   Hotel   um   sich   fertig   zu   machen   für   die   Feier   des   Abends.     Wir   Kölner   trafen   uns      später   am   Eingang   vom   Hotel   wieder,    um    dann    die    Bimmelbahn    zu    nehmen,       die    uns    zurück   zum   „Haus   des   Gastes“   fuhr.   Die    Stimmung    war    Top,    das    Buffet    war    ok       und    es    wurde    noch    besser.    Nach    dem    Essen    wurde    der    Scheck       für   den    Kindergarten   in   Seiffen   übergeben   und   wir   bekamen   eine   folkloristische   Darstellung   vom   Spielzeugland Seiffen.      Doch   dann   kam   eine    junge    Musikergruppe    unter    dem    Namen    Pfefferminz.    Ein    Mädel    und    zwei    Jungs.   Das    Mädel   war   die   Sängerin   und   der   eine   Bursche   spielte   Keyboard,   während   der   Andere   das   Saxofon   zum   Leben erweckte.      Vom   Kuschelballaden   bis   zum   rockigen   Pophit   -   alles   war   dabei,   aber   als   der   Saxofonspieler   loslegte mit   einem   Medley      guter   alter   Rock   and   Roll   Hits   -      von   Rock   around   the   clock   bis   zum   let’   s   twist   again      gab   es kein   Halten   mehr.      Es   war   ein   Riesenspaß   zu   Sehen    und    zu    Hören,    wie    der    das    Saxophon    beherrschte.    Alles    in   allem   war   es   ein   gelungener   Abend.   Wir    schauten    uns    noch    mal    die    Maschinen    an,    welche    draussen    vor    dem   Saal   geparkt   waren   und   dachten   an   die Heimreise,   die   wir   am   nächsten   Morgen   antreten   würden.   Na   ja   nicht   jeder   von   uns   machte   sich   auf   die   Heimreise.     Unser   guter   alter   Achim   -   zusammen   mit   ein   paar   von   uns   fuhr   in   die   Tschechei,   zur   seiner   Schwester   und   ihrem Mann,   die   dort   ein   schönes   Anwesen   haben.   Für   mich   und   Uta   ging   es   zurück   nach   Hause   und   wir   hatten   Tony versprochen,    mit    ihm    zurück    nach    Weimar    zufahren.        Wir    wollten    ihm    helfen,    seine    Kiste    wieder    in    den Lieferwagen zu packen der noch am Hotel stand. Der   Morgen   kam   rasch.   Früh   aus   den   Federn,   Frühstück,   Maschinen   gepackt   und   schon   konnte   es   losgehen Richtung   Heimat.   Wir   verabschiedeten   uns   vom   Achim   und   seiner   Gruppe   und   bald   fuhren   wir   über   die   neue Ostautobahn   wieder   Richtung   Kölle.   Aber   wie   versprochen,   machten   wir   noch   einem   Stopp   in   Weimar   und verstauten   Tonis   Schmuckstück   wieder   im   Lieferwagen.   Danach   ging   es   im   Speed-Tempo   wieder   nach   Hause.     Kurz   vor   Ende   unserer   gemeinsamen   Fahrt      verabschiedeten   wir   uns   auf   einem   Parkplatz   an   der   Autobahn.   Uta und   ich   ereichten   unsere   Stube   so   gegen   19.00   Uhr.      Es   war   eine   lange   Fahrt   gewesen,   wir   waren   wieder   zu Hause,   müde   aber   voller   schöner   Erinnerungen   an   ein   feines   Treffen   in   einem   magischen   Ort.   Nur   schade,   dass wir   den   Weihnachtsmann   nicht   getroffen   haben,   der   hätte   sich   bestimmt   gefreut,   auf   `ne   Fahrt   mit   einem   unserem Sternenschlitten.    Oder    war    der    Weihnachtsmann    doch    unter    uns?       getarnt    in    der    Gestalt    von       …..    schaut    mal    gut   drauf   Eurer Patrick ,  der Kölsche Belgier